Lebensgrundlage in Gefahr
Zwei Wege zu einer besseren Landwirtschaft.


Ein Farmer im englischen Oxfordshire auf regenerativen Anbau
Weltweiter Anstieg von 2000 bis 2022, in Prozent,
| … der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion: | 56 |
| … der landwirtschaftlichen Fleischproduktion: | 55 |
| Rückgang der weltweiten Anbauflächen von 2000 bis 2022, in Millionen Hektar: | 91* |
| Anstieg des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln von 2000 bis 2022, in Prozent: | 70 |
| Anstieg der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen von 2000 bis 2022, in Prozent: | 15 |
| Anteil der degradierten Böden weltweit, in Prozent: | 75 |
| Geschätzter Anteil der degradierten Böden weltweit im Jahr 2050, in Prozent: | 90 |
| Zahl der von Verwüstung betroffenen EU-Staaten: | 13 |
* Das ist etwas mehr als die 2,5-fache Fläche von Deutschland.
Diese Zahlen zeigen, dass es so nicht mehr weitergehen kann – denn die Erfolge der immer weiter gestiegenen Produktivität der Landwirtschaft haben einen hohen Preis. Die Konsequenzen sind: ein Sterben der Arten in einem nie zuvor erlebten Tempo, sauerstofffreie Todeszonen in überdüngten Meeren, Extremwetter durch die voranschreitende Erderwärmung, sinkende Grundwasserspiegel, unfruchtbare Böden sowie immer weniger nährstoffreiches Obst und Gemüse.
Böden bilden das größte und artenreichste Ökosystem unseres Planeten. Sie speichern mit Abstand am meisten Kohlenstoff und reinigen Luft und Wasser. Intakte Böden sind unsere Lebensgrundlage. Ohne sie wird es kaum möglich sein, die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 noch mal um mindestens 50 Prozent zu steigern, um die wachsende Bevölkerung auf der Erde zu ernähren. Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) plädiert daher für eine „nachhaltige Intensivierung“ der Landwirtschaft. Sinnvoller aber wäre: intensivierte Nachhaltigkeit.
Der Landwirt Michael Kavanagh betreibt eine Farm mit einem zukunftsweisenden Konzept in Oxfordshire. Er glaubt, seine Heimat Großbritannien sei in einigen Regionen keine 70 Ernten vom Bodenkollaps entfernt. Der australische Bodenexperte und Agrarberater John Rasic formuliert es so: „Wir stecken tief in der Scheiße, und niemand hat eine Idee, wie wir da wieder rauskommen.“ Sandrine Sommer vom Champagner- und Weinproduzenten Moët Hennessy sagt: „Die konventionelle Landwirtschaft hat keine Zukunft mehr.“
Aber wie sieht eine zukunftsfähige Landwirtschaft aus? Konzepte gibt und braucht es viele. Zwei davon stellen wir vor: Sie führen zu indischen Kleinbauern und zu einem britischen Großbetrieb.
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Er ist Teil unserer Ausgabe Ernährung