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Ein kleiner Gruß aus der Gerüchteküche

Um das Wohl und Wehe von Essen gibt es viel Verwirrung. Dabei ist Gutes, Gesundes und Günstiges viel einfacher als gedacht. Ein kleiner Wegweiser.



Das Bild ist eine Illustration im Cartoon-Stil, die einen schwarzen Kessel mit Blasen und verschiedenen Gegenständen zeigt.

Das Geschäft mit Lebensmitteln ist gigantisch, der Umsatz beläuft sich auf rund neun Billionen Dollar weltweit. Im Jahr 2023 gaben wir in Deutschland pro Kopf mehr als 2.500 Euro für Nahrungsmittel aus, das entspricht rund 12 Prozent der Konsumausgaben. Nur Wohnen und Energie kosten die Privathaushalte mehr. Lebenshaltungskosten bilden also den Kern der Ökonomie. Dieser Begriff bezog sich im antiken Griechenland ganz wörtlich auf die Haushaltsführung: „Oikos“ ist das Haus, „nomos“ die menschliche Ordnung.

Doch die Haushaltung wird durch einen Mythenkranz rund ums Essen erschwert. Viele Menschen sorgen sich oft unnötigerweise um hohe Lebensmittelpreise, Leitungswasser, Gluten, Eier oder Fett – und leisten sich aber teures Wasser aus Flaschen, Nahrungsergänzungsmittel, Proteinriegel und Fertiggerichte. Hier sind acht populäre Mythen im Faktencheck.

Bon appétit!

Das Bild ist eine einfache Strichzeichnung, die einen Stapel Behälter, einen Topf und einige Früchte darstellt.

1– Gutes Essen ist teuer

Einerseits stimmt es: Frisches Gemüse und Obst kosten neunmal mehr pro Kalorie als billige stärkehaltige Lebensmittel aus Kartoffeln, Reis oder Getreide. Das hat die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen 2025 ausgerechnet. Andererseits lässt sich mit ein paar Tricks dennoch gesund, billig und lecker essen, das belegt zum Beispiel die Köchin Sarah Wiener mit ihrer Stiftung. Eines ihrer Rezepte: weniger Fleisch, mehr saisonales Gemüse, das nicht weit transportiert oder gekühlt werden muss.

Vor allem aber empfiehlt sie schmackhafte, eiweißreiche und billige Gerichte aus Hülsenfrüchten wie etwa Erbsensuppe, Bohnensalat oder Linseneintopf. Wer außerdem für mehrere Tage vorkocht, kann Energie und Zeit sparen. Die schwedische Ernährungsberaterin und Foodbloggerin Hanna Olvenmark bereitet mit derlei Methoden gute Gerichte für teils weniger als einen Euro zu.

Der Trend allerdings geht in Richtung Fertiggerichte, mit oft hohen Preisen, viel Zucker und viel Salz und wenig Nährstoffen. Um 45 Prozent hat die Produktion dieser Gerichte in Deutschland seit 2019 zugenommen, besonders Nudeln sind beliebt.

2 –Wir brauchen Nahrungsergänzungsmittel

Laut einer Statista-Umfrage aus dem vergangenen Jahr schlucken drei Viertel der Befragten Mineralien- und Vitaminpräparate. Mehr als 200.000 Tonnen davon werden in Deutschland hergestellt, im Wert von fast zwei Milliarden Euro. Ganze Regalspaliere locken in Drogeriemärkten mit Vitamin C, Magnesium, Kalzium oder Eisen. Doch für die meisten Menschen sind derlei Präparate überflüssig, denn sie bekommen alle notwendigen Stoffe durch die Nahrung.

Was viele nicht wissen: Die Lifestyle-Pillen unterliegen keiner medizinischen Kontrolle, teils kann es zu schädlichen Überdosierungen kommen. Zum Beispiel braucht die Mehrheit der Deutschen keine Vitamin-D-Pillen, weil wir im Sommer die körpereigenen Vorräte auffüllen für die dunklen Wintermonate. Wird es überdosiert, kann das Vitamin D zu Übelkeit und Herzproblemen führen (Hyperkalzämie). Statt also auf gut Glück irgendwelche Mittelchen zu schlucken, ist es sinnvoller, den Hausarzt prüfen zu lassen, ob es Hinweise auf Mangelernährung gibt. Dann lässt sich gezielt gegensteuern.

Das Bild ist eine einfache Strichzeichnung verschiedener medizinischer Gegenstände, darunter Flaschen, Tabletten und Kapseln, die auf einem weißen Hintergrund angeordnet sind.
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