Der „kranke Mann Europas“ – so wurde Deutschland Anfang der Nullerjahre genannt. Auf dem Höhepunkt waren rund fünf Millionen Menschen ohne Arbeit, knapp zwölf Prozent aller Erwerbsfähigen. Nach den Arbeitsmarktreformen unter Gerhard Schröder ging die Quote jahrelang zurück, bis zu einem Tiefstand von fünf Prozent im Jahr 2019. Seit der Coronapandemie steigen die Arbeitslosenzahlen wieder – und lagen in den ersten drei Monaten des Jahres über der Drei-Millionen-Marke.
Seit 2022 ist auch die Zahl der offenen Stellen gesunken, auf jüngst rund 1,3 Millionen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung führt das auf die schwache wirtschaftliche Entwicklung und den Strukturwandel zurück.