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Kann die KI mich ersetzen?

Antworten von Katrin Witte, Vorstandsvorsitzende des Instituts für Berufliche Bildung (IBB), einer der größten privaten Weiterbildungsanbieter in Deutschland.



Frau Witte, mittlerweile fürchtet man, auch als gut ausgebildeter Mensch von der KI ersetzt zu werden. Zu Recht?

Sagen wir es anders: Auch gut ausgebildete Menschen sollten sich mit künstlicher Intelligenz auseinandersetzen. Teilbereiche unserer Arbeit – vor allem repetitive und analysierende Tätigkeiten – können leicht von ihr ersetzt werden, ja. Ich würde der grundlegenden Aussage aber widersprechen: Gute Ausbildung schützt vor dem Wegfall des Arbeitsplatzes durch KI.

Was sollten Menschen tun, wenn sie glauben, dass ihr Arbeitsplatz durch KI bedroht sein könnte?

Wir alle sollten den Einsatz von KI als Chance begreifen, um uns auf andere Dinge zu konzentrieren, die Maschinen uns nicht abnehmen können: soziale Kompetenzen zum Beispiel. Das Zauberwort heißt Weiterbildung – und zwar für jeden Einzelnen von uns, ob gering- oder hochqualifiziert. Das Angebot ist groß: von kostenlosen Tutorials im Netz bis hin zu kompletten Fortbildungen oder Umschulungen mit IHK-Abschluss.

In den USA gibt es immer mehr Stellenangebote, für die kein Abschluss gefordert wird, stattdessen gilt: „Skills first“. Es sind also die Kompetenzen, die zählen. Sehen Sie eine ähnliche Entwicklung auch in Deutschland?

Momentan ist es noch so, dass offizielle Abschlüsse sehr gern gesehen werden. Das wird sich auch vermutlich nicht so schnell ändern. Was sich aber beobachten lässt, ist eine zunehmende Flexibilität der Arbeitgeber: Immer mehr Stellenangebote richten sich auch an Quereinsteiger ohne formelle Ausbildung.

Was würden Sie tun, wenn Ihr Job wegfiele?

Schäferin werden. Das halte ich für einen wunderbaren Beruf, seitdem ich als Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern in einem Schafstall gearbeitet habe. --

laut dem Future of Jobs Report 2025

1. KI und Big Data
2. Netzwerke und Cybersicherheit
3. Technisches Grundverständnis
4. Kreatives Denken
5. Belastbarkeit, Flexibilität und Agilität
6. Neugier und lebenslanges Lernen
7. Führungsqualität und sozialer Einfluss
8. Talentmanagement
9. Analytisches Denken
10. Verantwortung für die Umwelt