Ein Hutmacher in der Ukraine
Artem Horaizon, 23, gehört dem Bergvolk der Huzulen an und lebt in dem Dorf Kryworiwnja in den Karpaten. Er hat in Warschau Grafikdesign studiert. Weil er die handwerkliche Tradition seiner Vorfahren bewahren möchte, hat er sich die Herstellung von Krysania, die klassischen Hüte der Huzulen, selbst beigebracht. Sie haben eine Krempe und traditionelle Verzierungen. Seit zwei Jahren ist er selbstständig, fertigt Hüte komplett in Handarbeit nach Auftrag und verkauft sie auf lokalen Märkten und im Internet.
Verdienst, Grundkosten, Altersvorsorge (monatlich und gerundet)
Artem Horaizon fertigt im Schnitt alle vier Tage einen Hut. Pro Stück erhält er zwischen 180 und 230 Euro und verdient bis zu 1.800 Euro. Die Materialkosten betragen 70 Euro. Er sorgt weder fürs Alter vor noch zahlt er Rentenversicherungsbeiträge. Er hat auch keine Krankenversicherung, da es in der Ukraine eine kostenlose medizinische Grundversorgung gibt. Horaizon wohnt mietfrei im Haus seiner Eltern. An den Kosten für Elektrizität und Wasser beteiligt er sich mit 100 Euro. Zudem zahlt er das Feuerholz in Höhe von 40 Euro. Für Lebensmittel gibt er 500 Euro aus. Die Versorgung seiner Hunde kostet ihn 100 Euro. Ein guter Freund und er unterstützen sich gegenseitig. So bezahlt der Freund das Benzin und die Reparaturen für sein Motorrad.
Was bedeutet Ihnen Arbeit?
Es gibt nichts Schöneres, als etwas mit meinen Händen zu erschaffen. Und meine Arbeit verbindet mich mit meinen Vorfahren.
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