Wert-Schätzung
Natur- und Klimaschutz sind wie die Gesundheitsvorsorge – vergleichsweise günstig, aber gern vergessen.
»Ohne den Wald können wir nicht leben. Er ist unser Zuhause, unsere Apotheke, unser Supermarkt.«Davi Kopenawa, Yanomami-Schamane
Was ist Umweltökonomik?
Sie entstand in den frühen Sechzigerjahren und behandelte vor allem zwei Fragen:
1. Wer kann Eigentumsrechte an Natur haben? Erdöl ist in den USA privat, in Saudi-Arabien oder in Norwegen staatlich.
2. Wer ist verantwortlich und wer zahlt, wenn durch privates Wirtschaften Luft, Wasser, Boden oder Wälder geschädigt werden?
Wer fand darauf Antworten?
Erste Vordenker, die die Diskussion prägten, waren zwei Briten: Arthur Cecil Pigou und der Nobelpreisträger Ronald Coase. Pigou schlug 1920 eine Kompensationssteuer vor, Coase setzte 40 Jahre später auf effizientere Verhandlungen zwischen Verursacher und Geschädigten. Auf diesen Ansätzen beruht auch der zur Jahrtausendwende von der UN vorgestellte Emissionshandel.
Wie kam die Nachhaltigkeit ins Spiel?
Kenneth Ewart Boulding hat 1966 die Wirtschaft des „Raumschiffs Erde“ beschrieben: der Planet als geschlossenes System mit begrenzten Ressourcen bei wachsender Bevölkerung. Der internationale Club of Rome hat 1972 die Grenzen des Wachstums weltweit ins Bewusstsein vieler Menschen gerückt, und dann kam 1987 der Brundtland-Bericht der UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, der erstmals das Konzept der nachhaltigen Entwicklung mit Blick auf die nachfolgenden Generationen vorstellte.
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Er ist Teil unserer Ausgabe Wert der Natur