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The Landbanking Group

Daher versehen die Fintech-Gründer Sonja und Martin Stuchtey ökologisch wertvolles Land mit Preisschildern.



Ein Mann und eine Frau sitzen auf einer großen Steinskulptur in einem Park. Der Mann trägt eine schwarze Jacke und Blue Jeans, die Frau eine weiße Bluse und Blue Jeans. Sie befinden sich auf einem Vorsprung der Steinskulptur, die Teil einer größeren Kunstinstallation im Freien ist. Im Hintergrund sind Bäume und ein klarer Himmel zu sehen, was eine ruhige und malerische Umgebung schafft.

Die Landbanker
machen aus Natur Geldanlagen.

Simon Marggraf ist Ökonom und Geograf mit Arbeitsort München, er war noch nie in Ägypten und kennt keinen der Kleinbauern, die rund um die Oase Al-Fayyum Kräuter, Kamille und Sesam anbauen. Dennoch weiß er ziemlich genau, wie es um ihre Felder bestellt ist. Ein Klick auf ein Programm namens Landler, und Marggraf fährt mit seinem Cursor über eine Karte der Kamillefelder zwei Autostunden südwestlich von Kairo. Er kann dort Wassergehalt der Böden, ihre Kohlenstoffbindefähigkeit, Indikatoren für Artenvielfalt sowie die exakte Entwicklung all dieser Daten in den vergangenen fünf Jahren ablesen. Wer Marggraf über die Schulter schaut, könnte den Eindruck gewinnen, einem Internisten beim Studium des großen Blutbilds eines Patienten zuzusehen, der 4.300 Kilometer entfernt lebt.

Tatsächlich verfügen Marggraf und seine Kollegen über ähnlich detaillierte Daten für rund 2,3 Millionen Hektar Land rund um den Globus, fast die zehnfache Größe des Saarlandes. Gesammelt werden diese unter anderem mithilfe von Satelliten, Mikrofonen und Kameras, die Marggrafs Naturkataster mit frischen Daten füttern.

Die Plattform ist eine Entwicklung von The Landbanking Group (TLG), einem Fintech-Unternehmen, das 2022 von Sonja und Martin Stuchtey in München gegründet wurde. Das umtriebige Unternehmer-Ehepaar stellte sich damals die Frage: „Wie können wir Natur schützen und wiederherstellen, indem wir sie investierbar machen?“ Ihre Idee: Wenn Ökosystemleistungen wie gesunde Böden oder Artenvielfalt einen monetären Wert erhalten, könnten diejenigen verdienen, die diese Qualitäten durch nachhaltiges Bewirtschaften steigern. Entlohnt werden sollten sie durch Geldgeber, die in das Naturkapital investieren und auf dessen Wertsteigerung spekulieren. Die Ressource Natur, bislang scheinbar gratis zur Verfügung stehend, würde damit zu einem Vermögensgegenstand wie Grundstücke, Maschinen oder Patente.

„Mit The Landbanking Group korrigieren wir die groteske Falsch- und Nichtbewertung der Natur in den Unternehmensbilanzen, machen Natur investierbar und leiten Kapitalströme zu ihrem Schutz um“, sagt Martin Stuchtey, Geologe und Ökonom. Früher leitete er die Nachhaltigkeitsabteilung der Unternehmensberatung McKinsey, bis er sich, wie er sagt, „ausberaten hatte“. Mit seiner Firma setzt er nun auf das Prinzip Eigennutz, um die Schäden zu reparieren, die der Kapitalismus angerichtet hat. Motto: Alles hat seinen Preis – auch die Natur.

Damit sich diese Ressource aber überhaupt handeln lässt, braucht es eine neutrale Instanz, die ihren aktuellen Wert ermittelt, Vertrauen und damit die Grundlage für einen funktionierenden Markt schafft. Das ist Simon Marggrafs Job.

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