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Metalplant

Eine Firma will Kohlendioxid aus der Atmosphäre ziehen – und nebenbei einen gefragten Rohstoff gewinnen.



Ein Mann mit einem schwarzen Hut und einer Sonnenbrille steht inmitten eines gelben Blumenfeldes und hält einen kleinen Blumenstrauß in der einen und einen Stein in der anderen Hand.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 12/2025.


„Mit einer Tonne davon können wir etwa 700 Kilogramm Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden.“

Radikale Innovation braucht mehr als gute Ideen. Sie braucht Methode. Alpha Innovation hilft Unternehmen, aus Zukunftssignalen neue Chancen, tragfähige Konzepte und klare Entscheidungen abzuleiten.

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Das Bild zeigt das Logo eines Unternehmens namens „ALPHA INNOVATION“. Das Logo besteht aus einem stilisierten „A“ und „N“ in einem geometrischen Design, wobei das Wort „ALPHA“ in einer größeren Schriftgröße geschrieben ist. Der Firmenname „TECHPARK SOOTIROL/ALTO ADGE“ ist ebenfalls im Logo enthalten. Die Designelemente sind schwarz-weiß, und der Firmenname ist in einer modernen, serifenlosen Schriftart geschrieben. Das Logo wirkt zugänglich und ist für alle Nutzer, einschließlich derjenigen mit Sehbehinderungen, gut lesbar.

• Die Klimakrise stellt uns vor immense Herausforderungen. Selbst mit einer ambitionierten Klimapolitik wäre immer noch zu viel CO2 in der Atmosphäre. Eric Matzner – Gründer des Start-ups Metalplant – will dafür eine Lösung gefunden haben.

Der selbst ernannte Biohacker hat dazu bereits 2019 das Start-up Vesta (früher: Project Vesta) gegründet, aus dem er sich heute zurückgezogen hat und mit dem er eine Methode entwickelte, um mit natürlichen Prozessen CO2 aus der Atmosphäre zu nehmen.

Diese folgen einem Schema, das komplizierter klingt, als es ist (siehe Grafik rechts). Wenn das Mineralgestein Olivin mit Regen in Kontakt kommt, bindet es Kohlenstoffdioxid und verwittert allmählich. Der Teil, in dem das CO2 gespeichert ist, wird über die Zeit davongespült, fließt ins Meer und lagert sich dort als Sediment ab. Ein genialer Selbstreinigungsprozess der Natur – nur leider viel zu langsam. Da kommt Matzner ins Spiel.

Der Gründer nutzt dafür ein Verfahren, das schon seit den Neunzigerjahren bekannt ist und mit dem sich die Sache erheblich beschleunigen lässt: Enhanced Rock Weathering, die beschleunigte Verwitterung. Anstatt einen großen Block Olivin in die Landschaft zu legen und abzuwarten, wird das Gestein zu Pulver gemahlen. Damit vergrößert sich die Oberfläche, und es kann viel mehr CO2 in viel kürzerer Zeit aufnehmen. Problem gelöst? Nicht ganz.

Denn bei der Verwitterung entsteht nicht nur das gewünschte Sediment, sondern auch Nickel – und der ist giftig. Ihn einfach als Kollateralschaden im Boden zu belassen, ist keine Option. Da kommt Matzners zweite Idee zum Tragen: Phytomining. Dabei wird über dem Gesteinsmehl, das auf brachliegenden Äckern ausgebracht wird, ein ganz bestimmtes Kraut gepflanzt, das Nickel aus dem Boden zieht. So wird erst das CO2 gebunden und dann der giftige Nickel aufgegangen. Jetzt ist das Problem gelöst. Klingt größenwahnsinnig? Ist es auch. Doch das Gründerteam hat es in sich.

Drei Jahre lang arbeitete Metalplant im Geheimen, ausgestattet mit 3,7 Millionen Dollar. Einen Teil davon brachten die Gründer Eric Matzner, Laura Wasserson und Sahit Muja ein. Matzner hat bereits Erfahrung mit dem Verfahren, Muja ist ein albanischer Bergbau-Magnat mit weltweit 500 Firmen im Portfolio, und Wasserson gilt als Lieferkettenexpertin.

Der Großteil des Startkapitals stammt vom in der Schweiz ansässigen Venture-Capital-Unternehmen Carbon Removal Partners. Weitere Investments kommen etwa von Carbon Drawdown Initiative, Climate Capital und Air Miners SPV. Die scheinen an den verwegenen Plan zu glauben.

Das liegt sicher auch am schillernden Gründer, der überzeugt davon ist, dass er die Schwächen des Systems zu seiner Stärke machen kann.

Aus dem Problemfall Nickel etwa hat er eine Ressource gemacht. Verbrennt man nämlich das Kraut – auf den albanischen Testäckern der Firma ist es ein heimisches Gewächs namens Odontarrhena chalcidica –, kann man den Nickel aus der Asche extrahieren und weiter nutzen. Zum Beispiel für die E-Mobilität.

Moderne Batterien für Elektroautos enthalten bis zu 80 Prozent Nickel. Dessen Abbau richtet große Schäden in der Umwelt an, etwa die Zerstörung des Regenwalds in Indonesien, einem der größten Nickelproduzenten. Matzners Nickel hätte dieses Problem nicht. Und ganz nebenbei entsäuert der Vorgang auch überdüngte Felder.

Olivin ist hier besonders geeignet, da dieses auf allen Kontinenten vorkommt. „Mit einer Tonne davon können wir etwa 700 Kilogramm Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden“, sagt Matzner.

Finanzieren soll sich das 2021 gegründete Unternehmen auch über den Verkauf des grünen Nickels. Laut Matzner kommt auf 200 Tonnen gebundenes CO2 eine Tonne Nickel. „Für Autofirmen oder Stahlproduzenten, die nachhaltig arbeiten wollen, ist unser Nickel eine echte Alternative zu dem aus Indonesien.“ Doch dafür ist weit mehr als ein Acker in Albanien nötig.

In großen Mengen brächte das Verfahren jedoch Risiken mit sich, sagt der niederländische Biogeochemiker Antony van der Ent: „Man müsste dann riesige Steinbrüche anlegen, mit den damit verbundenen Effekten auf die Umwelt. Und selbst wenn das Gestein aus bestehenden Bergwerken stammt, kann es auf dem Ackerland für ökologische Probleme sorgen.“

Metalplant will das lösen, indem es Felder und Steinbrüche sucht, die nahe beieinanderliegen. Co-Gründer Muja denkt schon mal groß und träumt von 200 Milliarden Dollar Umsatz dank der CO2-Reduktion und der Mineraliengewinnung. Derzeit arbeiten zehn bis zwanzig Personen an den Standorten in Albanien und in den USA.

Von 2025 an will Metalplant seine CO2-Entnahme kommerziell anbieten. Zahlende Kunden könnten so die Emissionen ihrer Firma kleinrechnen. Und obendrauf wüchse grüner Nickel aus dem Boden. ---

Radikal neu denken, statt nur zu optimieren

Mit der im NOI Techpark in Bozen entwickelten Methode Alpha Innovation lernen Unternehmen, über das Bestehende hinauszudenken, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und daraus neue Chancen abzuleiten. Das Ziel: nicht kontinuierliche Optimierung, sondern radikale Innovation. Der Weg dahin: ein dreistufiger, faktenbasierter Prozess, der Zukunftssignale in tragfähige Konzepte und strategische Entscheidungen übersetzt.

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Enhanced Rock Weathering und Phytomining

Das Bild zeigt den Prozess der beschleunigten Verwitterung in 6 Phasen.

Foto: © Metalplant

1 – Gestein
Magnesiumsilikatgestein wird abgebaut und anschließend mit Wasserkraft zerkleinert.

2 – Zerkleinerter Stein
… wird auf Feldern ausgebracht, auf denen Hyperakkumulatorpflanzen wachsen. 

3 – Verwitterung
Wasser, CO2 und Gestein reagieren miteinander und verursachen Verwitterung, wodurch Magnesiumionen und Spuren von Nickel freigesetzt werden.

4 – Nickelaufnahme
Während die Pflanzen wachsen, nehmen sie Nickel aus dem Boden auf. 

5 – Ernte
Die Pflanzen werden geerntet und der enthaltene Nickel entzogen.

6 – Speicherung
Das CO2 wird in Bicarbonat gebunden, das zusammen mit Magnesium ins Meer abfließt und dort langfristig als Alkalität gespeichert wird.


Das Bild zeigt eine Gruppe von Menschen in einem Raum mit einem gelben Stuhl, einer Weißwandtafel und einem rot-blau getönten Glasfenster. Die Personen scheinen sich in einer Diskussion oder einer Präsentation zu befinden; einige stehen, andere sitzen. Der Raum strahlt eine moderne und professionelle Atmosphäre aus, wobei die Farbkombination aus Gelb, Weiß und Rot eine optisch ansprechende Umgebung schafft.

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Unternehmen optimieren schneller denn je – und riskieren trotzdem, morgen nicht mehr relevant zu sein. Petra Seppi vom NOI Techpark erklärt, warum radikale Innovation mehr Distanz braucht und wie Alpha Innovation dabei hilft.

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Das Bild zeigt zwei Personen mit Kopfhörern in einer Büroumgebung, im Hintergrund ist ein Schild mit der Aufschrift „ALPHA INNOVATION“ zu sehen.

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Das Bild zeigt einen großen, offenen Innenhof mit einem modernen Gebäude, das in der Mitte eine markante, turmartige Struktur aufweist. Mehrere Personen bewegen sich im Innenhof, und in der Nähe stehen Fahrräder. Die Szene scheint einen öffentlichen Raum mit einer Mischung aus verschiedenen Architekturstilen darzustellen, darunter ein Backsteingebäude auf der linken Seite und ein Glasgebäude auf der rechten Seite. Die allgemeine Atmosphäre vermittelt den Eindruck einer geschäftigen städtischen Umgebung.

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