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Küchen-Wirtschaft

Die letzte Reise

An dieser Stelle hat Luka Lübke, Köchin und Autorin, seit März 2023 eine Kolumne für brand eins geschrieben. Es ging ums Kochen, um ihr Leben und um die Welt. Ihre Texte waren immer persönlich, versehen mit dazu passenden Rezepten. Wir haben sie, ihre Schreib- und Kochkünste sehr geschätzt. Und vermissen sie: Am 16. Mai 2025 ist Luka gestorben. In ihren letzten Tagen hat sie noch Fragmente ihrer Küchen-Wirtschaft verfasst, sie wollte unbedingt in der Tourismus-Ausgabe dabei sein.



Das Bild zeigt Luka Lübke, die einen weißen Kochtitel mit einem Namensschild trägt und vor einem grauen Hintergrund steht. Sie blickt mit nachdenklichem Gesichtsausdruck zur Seite.
Foto: Marta Urbanelis

Was wäre Regensburg ohne Wirtshaus? Die Nordsee ohne Fischbrötchen? Polen ohne Pierogi? Würzburg ohne Geknickte? Wien ohne Eitrige?

Ein von Touristen häufig gesprochener Satz lautet: „Da ist es schön, da sind noch nicht so viele Touristen.“ Ich bin immer sehr gern gereist, und für mich spielte es keine allzu große Rolle, wie viele andere Ausländer dort noch unterwegs waren. Wichtig war mir, woanders zu sein. Eine Tour durch Südostasien hat mich sogar dazu inspiriert, Köchin zu werden.

Als es noch Postkarten gab und man Freunden nicht täglich neue Bilder aus dem Urlaub schicken konnte, nutzten die meisten die beschränkte Zeichenanzahl so: „Uns geht es gut, das Wetter ist schön, das Hotel ist sauber, das Essen ist gut.“ Überhaupt das Essen – mit dem versuchte ich dann zu Hause, das Urlaubsfeeling wieder zurückzuholen. Bei Saganaki, der gebackenen Feta-Vorspeise, konnte nicht viel schiefgehen, auch die Calamares wurden crisp, die Pommes sogar besser als die auf Mykonos. Am Mittelmeer muss man nur aufpassen, weil das viele Olivenöl Dünnschiss verursachen kann.

Meine Zeit als Touristin war immer zu kurz. Zwei oder drei Wochen, ganz selten mal vier, denn im Angestellten-Jahresurlaub musste man noch die Familienfeste unterbringen, und bis man sich als Selbstständige Betriebsferien anzuordnen traute, dauerte es Jahre. Und oft bestand die Hälfte dieser Zeit dann aus Renovierung oder Inventur.

Drei Wochen also, im ganzen Jahr, ist man dort, wo es einem richtig gut geht. Am Meer, in der Sonne. Wo die Tomaten schmecken. Oder wo es im Winter warm ist. Es sind Orte, wo man in den Monaten, in denen Deutschland am uneinladendsten ist, in der Ferne Licht tanken, unter Palmen liegen, neue Gewürze riechen und Kokosnüsse essen kann.

Doch dieses Jahr sollte alles anders werden. ---

Rezept für ein einfaches Urlaubsessen zu Hause:

über Quark oder griechischen Joghurt Tomate und Knoblauch reiben (beides tiefgefroren), dazu ein bisschen Olivenöl, Gewürz und Kräuter.

Danke, liebe Luka, für die gemeinsame Zeit.