Was will ich?
Es gibt so viele Möglichkeiten für Berufsanfänger. Wie soll man da rauskriegen, welcher Job zu einem passt?







• Sofie, 16, trägt eine Perlenkette und hat nicht nur einen Plan A, sondern auch einen Plan B. Plan A ist Polizeibeamtin im Bereich Cybersecurity oder Terrorismus. Plan B: Konditorlehre und ein Café aufmachen.
Leo, 16, will Lehrer werden. Er trägt Mittelscheitel, ein dunkles T-Shirt und findet, dass er gut erklären und organisieren kann. Außerdem ist er einfühlsam. So sollten eigentlich alle Lehrer sein.
Manja, 17, trägt ein Sturgis-Rally-T-Shirt unter der Fake-Fur-Jacke und wird eventuell Model oder Schauspielerin, weil sie ziemlich extrovertiert und eine „Ehrenfrau“ ist, die Menschen zum Lachen bringen kann.
Die meisten der anderen 97 Zehntklässler aus dem altehrwürdigen Karlsruher Markgrafen-Gymnasium (gegründet 1586) wären froh, wenn sie es auch so genau wüssten. Es gibt 326 Ausbildungsberufe, 21.000 Studiengänge und 51.000 Praktikumsstellen in Deutschland. Wie soll man da eine Entscheidung treffen?
Aber das kann ja noch werden! Deshalb sitzen sie jetzt hier im Festsaal der Karlsburg, einem Schloss im Karlsruher Stadtteil Durlach. Oben Stuck und Kronleuchter, unten 100 Teenies, mehrheitlich in schwarzen Hoodies, hinten Infostände mit ermutigenden Postkarten („Schön, dass es dich gibt“) und vorn Cedric.
Cedric Walkembach ist 26 Jahre alt und Ex-Soldat. Marine und Gebirgsjäger, er scheint Gegensätze zu lieben. Danach studierte er Kommunikationspsychologie und ist nun hauptberuflich „Mutmacher“: Er steht vor den Teenies, um ihnen Mut zu machen für die Berufswahl. Aber alle müssen darauf noch ein wenig warten, denn die riesige Uhr, die der Beamer an die Leinwand wirft, zählt unter der Headline „Dein Start in einen besonderen Tag“ von 5:00 Minuten runter auf 0:00 und passiert gerade erst die 1:09. Noch 69 Sekunden peitschender Beat mit dröhnendem Bass, bis Cedric loslegen kann.
„Wer hat schon einen genauen Plan, wie es nach der Schule weitergehen soll?“, fragt er. Zwei Hände gehen hoch. Wahrscheinlich Sofie und Leo, aber am Anfang des Mutmacher Seminars kennt man die Namen noch nicht.
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Er ist Teil unserer Ausgabe Arbeitsmarkt