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Polybot

Ein Roboter vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen kann bei der Ernte helfen – und soll die Landwirtschaft verändern.



Das Bild zeigt einen Obstgarten mit einem Roboterarm, an dem eine Kamera befestigt ist, der Äpfel von einem Baum pflückt. Der Roboterarm befindet sich im Vordergrund, während die Äpfel im Hintergrund zu sehen sind.
Das Bild zeigt einen gelb-schwarzen Roboter, der an ein Robotertier erinnert. Er liegt auf einem grünen Teppich vor einem großen Banner, auf dem eine Tomatenfarm abgebildet ist. Das Banner ist mit zahlreichen hängenden grünen Tomaten geschmückt, die einen auffälligen Kontrast zu dem gelb-schwarzen Roboter bilden. Die Szene scheint sich in einem Arbeitsraum eines Institutes mit weißem Boden zu befinden.
Das Bild zeigt einen Schreibtisch mit verschiedenen Gegenständen, darunter ein Computermonitor, eine Brille und mehrere Plastiktomaten. Der Schreibtisch befindet sich in einem Labor oder Arbeitsbereich.

Matscht nicht: Plastik-Obst zum Üben

• Was ist der Apfel? In der Antike ein Symbol für die Liebe, in der Bibel eine verbotene Frucht, das Lieblingsobst der Deutschen, süß, saftig und gesund. Und: im Augenblick ein Trainingsobjekt. Suchend stapft ein entfernt einem Hund ähnelnder Roboter auf vier Beinen über den Rollrasen und schwingt seinen langen Arm, an dem 3D-Kameras, Tiefensensoren und ein Greifer angebracht sind, hin und her. Er erkennt die Äpfel auf dem Grün, aber welchen soll er zuerst greifen und in den Korb auf seinen Rücken legen?

Aufgaben, die wir Menschen ohne große Überlegung erledigen, muss der Roboter in einzelne Bestandteile zerlegen und berechnen: Die Kameras sehen die Äpfel, der Algorithmus erkennt, welcher von ihnen reif ist, und berechnet den besten Weg, ihn zu greifen. Alles rasend schnell. Nach einem kurzen Augenblick macht der Roboter drei Schritte zur Seite, senkt seinen Arm und sammelt vorsichtig einen Apfel auf. Dann den nächsten und den übernächsten.

Wieland Brendel, ein jugendlich wirkender Mann in Jeans und Sweatshirt, beobachtet die Maschine zufrieden. Er ist Gruppenleiter am europäischen Forschungsinstitut Ellis und dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, beide ansässig in Tübingen. Brendel will mit KI die Landwirtschaft besser an Extremwetter anpassen. „Ich habe noch mit keinem Landwirt gesprochen, der den Klimawandel kleinredet. Die sehen auf ihren Feldern, was passiert, seit zwei Jahrzehnten. Die ahnen, dass ihr System an seine Grenzen kommt.“

Mit dem System meint er Monokulturen – also den jahrelangen Anbau einer Pflanzenart auf derselben Fläche. Diese Art der Landwirtschaft dominiert noch immer, obwohl Saatgut, Düngemittel, Pflanzenschutz und Maschinen teurer werden und das Geschäft immer risikoreicher ist. Manchmal vernichtet extreme Trockenheit bis zu 40 Prozent einer Gersten- oder Rübenernte, für Landwirte ist das eine finanzielle Katastrophe. Manche bewässern ihre Felder in Dürrezeiten. Doch die Kosten für das Wasser und für den Diesel der Bewässerungspumpen machen schnell jeden Gewinn zunichte. Mit Polykulturen könnten Landwirte Risiken vermeiden. Dann wachsen auf einem Feld nicht nur Weizen oder Mais, sondern auch Salat, Kohl, Bohnen oder Beeren. So ein Anbau ist aber arbeitsintensiv, nicht leicht zu automatisieren. Und genau da wollen Wieland Brendel und sein fünfköpfiges Team in Tübingen helfen. Ihr Roboter soll auf Feldern mit Polykulturen säen und harken, jäten und gießen, schneiden und ernten. Deshalb auch sein Name: Polybot.

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