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Dänische Stiftungen

In unserem Nachbarland sind viele große Firmen in Stiftungshand. Wie läuft das bei ihnen?



• Ob Energiewende, Ausbau der Infrastruktur oder Gesundheitswesen: Dänemark gilt in mancherlei Hinsicht als vorbildlich. Auch beim Unternehmenseigentum geht das Land seinen eigenen Weg. Dort sind viele große Firmen in der Hand von schätzungsweise 200 sogenannten industriellen Stiftungen, darunter der Insulinhersteller Novo Nordisk, bekannt für das Medikament Ozempic, die Reederei Maersk und die Brauerei Carlsberg.

Zwar gibt es auch in Deutschland einige Stiftungsunternehmen, etwa Bosch oder Carl Zeiss. Doch hierzulande wird oft ein Konstrukt gewählt, bei dem die Gründerfamilien weiterhin das Sagen haben. In Dänemark ist das anders, dort haben die Stiftungen die Kontrolle. Und vor allem ein Ziel: das Überleben der Firma zu sichern.

Ein Vorbild für Deutschland?
Fünf Fragen und Antworten.

1. Sind dänische Stiftungsnternehmen erfolgreicher? 🚀

Für Steen Thomsen lautet die Antwort ganz klar: Ja. Der Ökonom beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dieser Unternehmensform. Er lehrt an der Copenhagen Business School, seit 2019 ist er zudem Professor eines dort ansässigen Forschungsprojekts zu Stiftungsunternehmen, das von der Novo-Nordisk-Stiftung finanziert wird. Seine Studien haben unter anderem diese Ergebnisse geliefert:

— Die Größe macht’s: Besonders große dänische Stiftungsunternehmen sind laut einer Analyse von 2014 erfolgreich. Solche mit einem Gesamtvermögen von rund 190 Millionen Euro erzielten zwischen 2000 und 2012 eine Gesamtkapitalrendite von fünf Prozent – knapp ein Drittel mehr als herkömmliche Unternehmen.

— Auf dem Parkett die Nase vorn: Börsennotierte nordische Stiftungsunternehmen erzielten zwischen 1995 und 2009 ebenfalls eine bessere Kapitalrendite. Mit 10,2 Prozent war diese mehr als ein Drittel höher als bei anderen nordischen Aktiengesellschaften.

Und wie sieht es bei deutschen Stiftungsunternehmen aus? Laut Günter Franke, emeritierter Professor für Internationales Finanzmanagement an der Universität Konstanz, schneiden diese zwar auf den ersten Blick schlechter ab als deutsche Familienunternehmen, etwa bei Personalaufwand oder Renditen.

Ökonomische Nachteile ließen sich allerdings durch eine Kapitalmarktkontrolle ausgleichen. Bei börsennotierten Stiftungsunternehmen ergebe sich eine interessante Kombination, sagt Franke: Anleger übten Druck aus, wirtschaftliche Schwächen anzugehen. Zugleich hielten die Stiftungen genügend Anteile, um sich nicht von den Kapriolen des Kapitalmarkts abhängig machen zu müssen.

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