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Sozialpsychologe Ulrich Wagner im Interview

Wie lässt sich Rassismus messen? Antworten vom Sozialpsychologen Ulrich Wagner.



Ein älterer Mann mit weißem Bart und kurzem Haar steht in einem Raum mit dunklen Holzpaneelen. Er trägt ein weißes Poloshirt und Jeans. Er wirkt nachdenklich und blickt geradeaus. Im Hintergrund ist ein dunkler Gang und ein grünes Whiteboard zu sehen.

brand eins: Herr Wagner, wenn Sie Menschen zu rassistischen oder homophoben Einstellungen befragen, sagt bestimmt nicht jeder die Wahrheit, oder?
Ulrich Wagner: Das stimmt, man will sich selbst positiv darstellen. Deshalb arbeiten Wissenschaftler bei sensiblen Themen eher mit indirekten Fragen. Dann fragt man nicht: „Haben Sie etwas gegen Menschen mit anderer Hautfarbe?“ Sondern etwa: „Würden Sie gerne in einem Haus wohnen, in dem auch schwarze Menschen leben?“ Wenn man sehr plump fragen würde – „Stimmen Sie den rassistischen Vorstellungen der NSDAP zu?“ – dürfte die Zustimmung bei allen Befragten sehr gering ausfallen, auch bei solchen, die durchaus mit diesen Vorstellungen sympathisieren. Die Antworten wären nicht sehr aussagekräftig.

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