Bauch oder Zahl?
Soll man sich auf die Intuition verlassen oder lieber alles berechnen? Zwei Menschen mit überraschenden Antworten.
I. Bauch statt Zahl
„Ohne Intuition geht es in der Mathematik nicht“
Fotografie: Joël Hunn
Sarah Zerbes, 46, ist Professorin für Mathematik in Zürich. Sie forscht auf dem Gebiet der Zahlentheorie. Dafür braucht sie viel Gefühl.
Wenn sie auf Inspiration wartet, sitzt sie einfach nur da, oft mit Kaffee. „Meine Mutter hat mich mal dabei beobachtet und gesagt: ‚Du siehst aus wie eine Henne, die ein Ei zu legen versucht‘“, sagt Sarah Zerbes, „und ich finde das ziemlich treffend.“ Auf diese Weise kämen ihr die besten Ideen für ihre Forschung, Stift und Papier brauche sie dafür nicht.
Zerbes ist Zahlentheoretikerin. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet für ihre Arbeit zur Vermutung von Birch und Swinnerton-Dyer. Die sogenannte BSD-Vermutung ist eines der bedeutendsten ungelösten Probleme der modernen Mathematik und steht auf der Liste der sieben Millennium-Probleme, für deren Lösung das amerikanische Clay Mathematics Institute je eine Million Dollar ausgelobt hat. Zerbes gelang es gemeinsam mit ihrem Mann David Loeffler, Teilprobleme der Vermutung zu lösen.
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