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Drei junge Frauen stehen lächelnd im Freien vor einem grünen Hintergrund aus Blättern. Die linke Frau hat dunkles Haar und trägt ein blaues Kleid. Die mittlere Frau hat helles Haar und trägt ein dunkles Hemd. Die rechte Frau hat ebenfalls helles Haar und trägt ein blau-weißes Sweatshirt mit der Aufschrift "New York USA". Alle drei wirken freundlich und entspannt.

Shitshow – Agentur für psychische Gesundheit

Die Agentur Shitshow hilft Firmen, mentale Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern. Mit ungewöhnlichen Ideen.


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 11/2024.

• Die Blicke sind skeptisch, so erzählt es eine der Gründerinnen später. 15 Männer, die meisten in gelben Warnwesten und Sicherheitsschuhen, stehen im Besprechungsraum in der Werkhalle der Veka AG im Münsterland. Vor ihnen: zwei junge Frauen und vier seltsame Objekte. Der Würger zum Beispiel, eine schwere, mit Sand gefüllte Plastikschlange, die man wie einen Schal, nur verkehrt herum, um den Hals legen soll. Eine der Frauen macht es vor. Zwei Männer zupfen schon beim Zusehen instinktiv ihr Shirt vom eigenen Kehlkopf. Daneben steht der Beuger, ein gebogener, überlanger, steifer Rucksack, der beim Tragen den Kopf nach unten drückt und den Blick nach unten zwingt. Die Glocke erregt am meisten Aufmerksamkeit, eine Mischung aus Darth-Vader-Maske und Taucherglocke aus Milchglas. Stülpt man sie über den Kopf, geschieht etwas Seltsames: Der eigene Atem wird beängstigend laut, alles ringsum dafür dumpf, der Blick verschwommen, als wäre man abgetrennt von der Welt, als würde man nicht dazugehören.

Einer der Männer vergräbt seine Hände in den Hosentaschen und murmelt etwas wie: „Muss das sein?“ Die meisten jedoch zieht die Neugier zu den Objekten. Ein Mitarbeiter schlüpft in das Cape – einen sechs Kilogramm schweren Umhang, eine buchstäbliche Last auf den Schultern. Der nächste zieht sich den Beuger an, sein Kollege scherzt: „Kopf hoch!“ Allgemeines Gelächter, die beiden Frauen sind zufrieden, es läuft. Noch ehe sie erklären können, dass dieser gebogene Rucksack genau solche Sätze wie „Lass den Kopf nicht hängen!“ ad absurdum führen soll, geschieht etwas, das sie später „Schlüsselmoment“ nennen: Einer der Männer, der gerade aus der Glocke hervortaucht, möchte sie seinem Nachbarn andrehen. „Nein danke“, erwidert der und winkt ab. „Das Gefühl kenne ich schon.“

Die beiden Frauen sind Benthe Untiedt, 35, und Luisa Weyrich, 34, Geschäftsführerinnen der Berliner Agentur Shitshow. Sie beraten Unternehmen und Organisationen zum Thema mentale Gesundheit. Der erste Schritt: Bewusstsein für psychische Erkrankungen schaffen, sensibilisieren, Verständnis für Betroffene aufbauen, Vorurteile abbauen.

Was theoretisch klingt, gelingt praktisch ziemlich gut mit Würger, Beuger und Co. „Moodsuits“ nennen die Shitshow-Beraterinnen die Objekte, die sie selbst entwickelt haben. „Wer Erfahrungen mit Depressionen oder Panikattacken hat, weiß, auf wie viel Unverständnis man da draußen stößt“, sagt die Psychologin Untiedt. „Da fallen dann Sätze wie ‚Reiß dich mal zusammen‘ oder ‚Wird schon wieder‘. Nicht aus böser Absicht, sondern weil viele sich einfach nicht vorstellen können, wie sich so was anfühlt.“

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Das Bild zeigt das Logo eines Unternehmens namens „Business Bike“, bei dem es sich um einen Fahrradverleihdienst handelt. Das Logo besteht aus den Worten „BUSINESS BIKE“ in blauer Schrift, wobei ein stilisiertes rotes „B“ in das Design integriert ist. Das Logo ist vor einem weißen Hintergrund platziert, wodurch es für die Nutzer gut sichtbar und leicht zu erkennen ist.

Das Enge- und Fremdkörpergefühl im Hals, das einen bei einer Panikattacke zu ersticken droht. Sechs Kilo lähmende Niedergeschlagenheit bei einer chronischen Stressbelastung oder das Isolations- oder Taubheitsgefühl bei einer Depression. „Mit den Moodsuits schaffen wir es, psychosomatische Symptome erlebbar zu machen“, erläutert Untiedt. Empathie sei ein entscheidender Faktor beim Thema Mental Health. „Wir wissen, dass es für die Früherkennung, aber auch die Rückfallprävention von Betroffenen enorm wichtig ist, sich verstanden und angenommen zu fühlen.“

Der Moodsuit-Workshop mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Veka AG, einem Hersteller von Kunststoff-Profilsystemen, ist dafür ein schönes Beispiel. „Depressionen? Ausgerechnet du? Du bist doch einer, der immer abliefert?!“ Es folgt im Idealfall: ein offener, ehrlicher Austausch über „shitty feelings“ in einer vertrauensvollen Atmosphäre, in der man keine Angst haben muss, über Probleme zu sprechen.

Jeder vierte Erwachsene in Deutschland ist von einer psychischen Erkrankung betroffen, am häufigsten sind Angststörungen (15,4 Prozent) und Depressionen (8,2 Prozent). Laut der Krankenkasse DAK verursachten psychische Erkrankungen im vergangenen Jahr durchschnittlich 3,2 Fehltage pro Versichertem, mehr als doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren.

Die Gesamtkosten inklusive Arbeitsausfälle werden für Deutschland auf rund 147 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Das entspricht einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von rund vier Prozent.

Viel von diesem Geld könnte gespart werden, würden Unternehmen in die Prävention, gesündere Arbeitsbedingungen und die Früherkennung solcher Erkrankungen investieren. Zwar ist laut Arbeitsschutzgesetz jedes Unternehmen dazu verpflichtet, eine psychische Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, also die mentale Gesundheit der Beschäftigten und die Belastungen am Arbeitsplatz zu erfassen. Die meisten schrecken aber vor dem Aufwand und den Kosten zurück.

Doch die Investition lohnt sich: Wer sich bei der Arbeit wohlfühlt, ist motivierter, bringt Ideen ein, leistet gute Arbeit – was sich am Ende auch im Erfolg niederschlägt. Man kann eine Rechnung aufmachen, die zwar kalt wirkt, weil sie Menschen als reines Kapital begreift, aber dennoch aufschlussreich ist: Laut der Initiative Gesundheit und Arbeit liegt der Return on Investment von betrieblichen Maßnahmen für psychische Gesundheit bei 1:2,7. Heißt: Für jeden investierten Euro erhalten Unternehmen durchschnittlich 2,70 Euro zurück. Sei es durch reduzierte Krankheitskosten, erhöhte Produktivität oder geringere Mitarbeiterfluktuation.

Auch bei der Personalsuche sind Mental-Health-Programme hilfreich. Laut einer aktuellen McKinsey-Studie spielen sie für 60 Prozent der Generation Z, also den zwischen 1995 und 2010 Geborenen, bei der Jobwahl eine wichtige Rolle. Ebenso bei der Entscheidung, im Unternehmen zu bleiben.„Wir geben unsere Psyche nicht an der Bürotür ab“, so Benthe Untiedt. Um die Arbeit so zu gestalten, dass sie nicht krank macht, müsse die ganze Organisation eingebunden werden, davon ist sie überzeugt. Quer durch alle Hierarchien und Abteilungen. „Achtsamkeitskurse und Resilienz-Workshops helfen wenig, wenn ich keine empathische, unterstützende Führungskraft habe oder im Team keine vertrauensvolle Kommunikation möglich ist.“

Die Agentur hat verschiedene Formate zur Verbesserung der mentalen Gesundheit entwickelt: Impulsvorträge und Talks für die gesamte Belegschaft, Trainings und Workshops für einzelne Teams – und vor allem: für Führungskräfte, abgestimmt aufs jeweilige Unternehmen.

Für die Veka AG haben Benthe Untiedt und Luisa Weyrich beispielsweise eine Aktionswoche zum Thema Depression zusammen mit dem Unternehmen und anderen lokalen Anbietern konzipiert. Zwei Tage lang vermittelten sie Führungskräften und Personalverantwortlichen Grundlagenwissen dazu, wie sie Symptome früh erkennen und mit betroffenen Beschäftigten umgehen können. Zudem gab es Moodsuit-Workshops für die ganze Belegschaft.

Eine Person steht mit dem Rücken zur Kamera. Sie trägt ein weißes T-Shirt und eine Jeans. Um den Kopf befindet sich ein großes, blaues Schutzvisier, das wie ein Helm aussieht und durchsichtig ist. Man kann durch das Visier den Hinterkopf und Nacken der Person erkennen. Das Bild wirkt neutral und könnte eine Darstellung von Schutzmaßnahmen oder Isolation sein.
Eine Person mit kurzen, dunklen Haaren steht mit dem Rücken zur Kamera. Sie trägt ein weißes T-Shirt, Jeans und einen dunkelblauen Umhang, der wie Flügel aussieht. Die Person wirkt verspielt und selbstbewusst.

Moodsuits machen psychische Vorgänge körperlich erfahrbar

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Eine neue Sprache

Solche niedrigschwelligen Angebote sind Viviane Scherenberg zufolge ein guter Ansatz, um das Thema in Unternehmen zu tragen. „Googeln Sie mal Depression“, sagt die Dekanin für Prävention und Gesundheitsförderung der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen. „Da erhalten Sie 50 Shades of Grey: ein Potpourri an grauen Bildern mit Menschen, die in Ecken kauern oder im Nebel auf einen See starren. Welcher gesunde Mensch befasst sich freiwillig mit so etwas?“

Daher vermittelt Shitshow Wissen über psychische Erkrankungen auf andere Weise. „Wir versuchen, das Thema nicht so bleischwer zu behandeln“, meint Untiedt. Manche erreicht man am besten mit ungewöhnlichen Maßnahmen. Zum Beispiel auf den Toiletten eines Unternehmens. Dort hängt etwa ein Shitshow-Plakat auf Sitzhöhe an der Kabinentür mit der Aufschrift: „Für einige deiner Kolleginnen ist diese Toilette mehr als nur eine Toilette“. Vielleicht macht das die Leser so neugierig, dass sie per Handy den QR-Code darunter scannen.

Und dann hören sie Chris, einen fiktiven Kollegen, der über seine Suchterkrankung spricht: „Wenn es bei der Arbeit richtig schlimm wurde“, erzählt er, „habe ich in der Mittagspause getrunken und gekokst. Zu Hause habe ich mich dann mit Kiffen wieder runtergebracht. Der Druck und die Erwartungen an mich waren damals extrem hoch, und ich hatte wahnsinnige Angst, zu scheitern.“

Im Fahrstuhl spricht Paul nach demselben Prinzip über seine Panikattacken, im Meetingraum Sammy über ihren Burn-out und in der Kantine Mesut über seine sozialen Ängste. Einblicke in die Gefühlswelt psychisch Erkrankter, die zeigen, wie es in den Kolleginnen und den Kollegen zugehen kann.

Bei dem Unternehmen Essity, das Hygieneprodukte wie Tempo und Zewa herstellt, diente die Podcast-Tour als Auftakt zu den Mental Health Days der Firma. Der schwedische Konzern, der weltweit 36.000 Menschen beschäftigt, wagte an seinen acht Standorten in Deutschland ein größeres Experiment mit Shitshow.

Verantwortlich dafür ist die Personalentwicklerin Mareike Frerichs. Nachdem eine interne Untersuchung ergeben hatte, dass die Beschäftigten sich mit psychischen Belastungen auseinandersetzen wollen, suchte sie nach einem Anbieter, der über die klassischen Employee-Assistance-Programme (EAP) hinausgeht. Eine digitale Plattform mit Übungen und Kursen und eine zentrale Telefonnummer – das ist laut Frerichs nicht mehr zeitgemäß.

Zusammen mit Shitshow entwickelte sie 2021 ein langfristiges Projekt: Formate für alle Hierarchieebenen, von digitalen Vorträgen, Inhouse-Talks, Team-Workshops bis zu Führungskräftetrainings. Wenn jemand in Not ist, hilft Shitshow bei der Suche nach Therapeuten.

Anhand regelmäßiger Befragungen beurteilt die Agentur gemeinsam mit der Personalabteilung den Bedarf: Wo hapert es? An der Führung, dem Umgang im Team? Der Arbeitsbelastung oder der Organisationsstruktur?

Und: Wie nehmen wir Führungskräften die Scheu, das Thema anzusprechen? Manchen falle es schwer, in einen anderen Gang zu schalten, sagt Untiedt. „Führungskräfte sind meist im Lösungsmodus: Wie können wir das Problem so schnell wie möglich aus der Welt schaffen?“ Psychische Gesundheit sei aber kein Sprint, sondern ein Marathon.

Die Gesundheitswissenschaftlerin Viviane Scherenberg weist noch auf ein anderes Problem hin: „Diejenigen, die solche Maßnahmen am nötigsten hätten, erreicht man in der Regel am schwierigsten.“ Oft melden sich zu entsprechenden Programmen nur diejenigen, die ohnehin schon eine Affinität zum Thema haben. Man nennt das den Healthy User Effect.

Jens Matthiesen, Vertriebsleiter bei Essity, ist so ein Healthy User. Er hat beruflich und privat erfahren, wie Menschen aus der Bahn geworfen wurden: „Ich habe mir oft gedacht: Hätte man es früher erkannt und gegengesteuert, wäre es vielleicht nicht so weit gekommen.“ Als er von dem Angebot von Shitshow hörte, war er gerade dabei, sein Team nach der Pandemie aus dem Homeoffice zurück in den Außendienst zu holen, und merkte: Weitermachen wie vorher geht nicht, wir müssen etwas verändern. Also lud er das Shitshow-Team ein.

Statt der üblichen Motivationsvorträge sprach eine junge Frau über Scheißgefühle – und mehr als 100 Vertriebler hingen an ihren Lippen. „Ich will, dass wir eine gute Kommunikationskultur etablieren“, erklärt Jens Matthiesen. „Dass wir nicht nur über Projekte reden, sondern auch fragen: Wie geht es dir? Sag mir, wenn es zu viel ist. Wie kann ich dich unterstützen?“ Gegenseitige Fürsorge statt Selbstfürsorge nennt das die Psychologin Untiedt, Common Care statt Selfcare. „Einen Burn-out überwindet man nicht alleine, das geht nur gemeinsam.“ ---

Shitshow – vom Semesterprojekt zur Beratungsagentur

Den Anlass für die Gründung der Agentur gab ein Schaf. Die drei Studentinnen der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Nele Groeger, Luisa Weyrich und Johanna Dreyer machten einen Ausflug. Ein Schaf kreuzte ihren Weg, und Dreyer bekam eine Panikattacke – nicht ihre erste. Als sie hinterher versuchte, ihren Freundinnen mit Worten begreiflich zu machen, was sich in dem Moment in ihr abgespielt hatte, gelang ihr das nicht. Ein klassisches Kommunikationsproblem – perfekter Stoff für ihr Studium.

So entstand das gemeinsame Semesterprojekt „The Shitshow – a show about shitty feelings“. Die Studentinnen befragten dafür Menschen mit Angststörungen und Depressionen nach ihren körperlichen Symptomen und entwickelten daraus Moodsuits: Objekte, die psychische Erkrankungen über den Körper erfahrbar machen.

Die Ausstellung wurde ein Erfolg, die Studentinnen gewannen ein Start-up-Stipendium und tourten mit ihren Moodsuits durch Deutschland, zu Kliniken, psychosozialen Beratungsstellen, Schulen und öffentlichen Einrichtungen. Sie wollten Menschen sensibilisieren, Empathie stärken, für ein soziales Umfeld sorgen, das psychische Erkrankungen früh erkennt und im besten Fall verhindert. 2018 zeichnete die Bundesregierung sie als Kultur- und Kreativpilotinnen aus.

2019 ging Shitshow den nächsten Schritt: Die Frauen richteten ihr Angebot an Unternehmen, holten die Psychologin Benthe Untiedt an Bord und gründeten eine Beratungsagentur für mentale Gesundheit. Zu ihren Kunden zählen heute Zalando, die Deutsche Bahn, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Unternehmen wie Essity und die Veka AG sowie Start-ups. Inzwischen beschäftigt die Agentur acht Menschen und arbeitet mit einem bundesweiten Netzwerk an Coaches, Organisationspsychologen und Trainerinnen zusammen.


Mental Health – Pflicht oder Kür für Unternehmen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Viviane Scherenberg von der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft Bremen.

brand eins: Frau Scherenberg, ist psychische Gesundheit Privatsache?

Viviane Scherenberg: Arbeitgeber tragen eine Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeitenden. Laut Paragraf 5 des Arbeitsschutzgesetzes müssen sie psychische Belastungen am Arbeitsplatz systematisch erfassen und bewerten – egal, ob sie nur eine oder zwanzigtausend Personen beschäftigen. Sie sind laut Paragraf 3 auch dazu verpflichtet, konkrete Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten anzubieten. Das können flexible Arbeitszeiten sein, Stressbewältigungsschulungen oder Änderungen in der Arbeitsorganisation. Präventive Angebote sind freiwillig und werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen unterstützt.

Der Pflicht, mentale Belastungen zu erfassen, kommen aber nur rund 20 Prozent der Unternehmen nach. Verstoßen die übrigen 80 Prozent gegen das Gesetz?

Ja. Behörden können einen Nachweis verlangen und ein Bußgeld verhängen. Konzerne sind hier im Vorteil, sie verfügen oft über mehr Ressourcen und stehen auch unter öffentlichem Druck, entsprechende Initiativen umzusetzen.

Wie ist das für kleinere und mittlere Betriebe machbar?

Viele greifen auf externe Firmen zurück, die standardisierte E-Learning-Programme mit Lehrvideos und mit Abschlussprüfungen anbieten. Solche Maßnahmen haben aber nur eine begrenzte Wirkung.

Was halten Sie von Apps zur Stärkung der mentalen Gesundheit der Belegschaft?

Mood-Tracking-Apps ermöglichen es, frühzeitig Belastungen zu erkennen. Manche bieten auch personalisierte Übungen und Tipps. Einer Studie zufolge können solche Apps helfen, Emotionen mitzuteilen und die Empathie zu fördern. Wichtig ist, dass die Anonymität der Nutzer und der Datenschutz gewährleistet sind. Und dass die Nutzung freiwillig ist, sonst sind solche Tools kontraproduktiv. Denn ein Gefühl der Überwachung kann zusätzlichen Druck erzeugen und das Stigma um psychische Gesundheit noch verstärken. Generell stellen wir fest, dass rein digitale Formate nicht erfolgversprechend sind. Am besten funktioniert eine Mischung aus Präsenz- und Onlineprogrammen.


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