Komm in meine Kommune!
Ein gemeinnütziges Start-up bringt Quereinsteiger in die kommunale Verwaltung. Erst mal nur für ein Projekt – manchmal auch für länger. Davon profitieren alle.
Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 11/2024.
Altes Gemäuer, neue Ideen – Rathaus Eschwege
Eschwege I:
Die erste Ebene des Staates
Im Frühjahr 2021, eine Woche nach seiner Wiederwahl zum Bürgermeister der Kreisstadt Eschwege, mutet sich Alexander Heppe eine besondere Veranstaltung zu – einen 48-Stunden-Sprint beim virtuellen Hackathon #UpdateDeutschland. Damals sei er am Ende seines Lateins gewesen, suchte händeringend fähiges Personal und fand keines. Kommunen hätten kein gutes Image als Arbeitgeber; nahezu aussichtslos sei es, IT-Fachleute für die Verwaltung zu gewinnen. Auch in Eschwege, 19.500 Einwohner, Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen. Dabei sind die Kommunen der Erstkontakt zwischen Bürger und Staat. Wenn es hier hakt, liegt kein Segen auf der weiteren Beziehung.
Alexander Heppe ließ sich trotz allem den Optimismus nicht nehmen. Und tatsächlich öffnete sich bei #UpdateDeutschland eine Tür: Im stundenlangen Austausch mit Menschen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft entstand in Eschwege eine Idee, die nun bundesweit Schule macht. Die gemeinnützige GmbH, in deren Gründungsrat Heppe und seine Personalleiterin sitzen, heißt Lokalprojekte. Es geht darum, bei der Modernisierung der Verwaltung neue Wege zu gehen.
Das ist aus Heppes Sicht nicht nur nötig, um sich im Wettbewerb mit Unternehmen um Personal zu behaupten, sondern auch, um die Gesellschaft zusammenzuhalten: „Kommunen sind nicht die unterste Ebene des Staates, sondern die erste. Wenn die in den Augen der Bürger nicht funktioniert, macht sich Verdruss breit – wie wir gerade ja immer öfter feststellen.“
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Er ist Teil unserer Ausgabe Mentale Gesundheit