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Küchen-Wirtschaft

Kohl, wie Gott ihn schuf

Die Küche – egal ob daheim oder in der Gastronomie – ist ein eigener Kosmos, der viel über uns, die Wirtschaft und die Gesellschaft verrät. Luka Lübke, Köchin und Autorin, erzählt, warum sie Gemüse in der Ursprungsform bevorzugt.



• Als Küchenchefin war ich ruhig. Ich schreie generell nicht herum. Was aber nicht heißt, dass ich keine Befindlichkeiten hatte. Zum Beispiel wenn Mitarbeiter sich doof stellten: „Ich konnte das nicht beschriften, weil mein Kuli nicht mehr malt“, „Das wurde mir nicht gesagt, dass da Salz ran muss“, „Ach so, den Herd muss man auch an der Seite putzen?“ Oder wenn mich jemand fragte – während in meinem Kopf das Mise en Place der ganzen Woche, alle Menü-Veranstaltungen, Dienstplan-Komplikationen, offene Rechnungen, der nächste Insta-Post, die Einkaufsplanung und im Sommer bereits Weihnachtsmenüs abliefen – „Soll ich die Jus passieren?“ Nein. Lass die Knochen einfach drin. „Haben wir noch Blumenkohl im Kühlhaus?“ Kann ich durch Wände gucken? Warum darf ich nicht auch einfach nur arbeiten?

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