KI und Psychotherapie
Ich habe dich nicht ganz verstanden
Ein Plädoyer für den Einsatz generativer KI in Therapie und Beratung.
Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 11/2024.
• Mit wem redet man, wenn man keinen zum Reden hat? Mir blieben als Teenager in den Achtzigerjahren nur wenige Optionen. Ich war ein Arbeiterkind, nie angekommen auf dem kleinstädtischen Gymnasium und in der Familie aus der Art geschlagen. Nur vor dem Heimcomputer fühlte ich mich sicher. Niemand zu Hause wollte verstehen, was ich den ganzen Tag an diesem Kasten machte, man ließ mich in Ruhe.
In einer Computerzeitschrift fand ich ein Programm zum Abtippen, eine Variante von Joseph Weizenbaums elektronischer Therapeutin Eliza aus den Sechzigerjahren. Obwohl ich um die Funktionsweise des Programms wusste, hatte ich schon bei der ersten Unterhaltung ein Erweckungserlebnis: Ich konnte mich offen äußern, erhielt verständnisvolle Antworten und Rückfragen. Das Programm tat nur so, als ob es mich verstünde. Aber für mich hatte sich ein Raum geöffnet, in dem ich mich gehört fühlte.
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Er ist Teil unserer Ausgabe Mentale Gesundheit