Marc Lunghuß im Interview
„Das Holz hat gewonnen“
Marc Lunghuß hat einen Roman über den Aufstieg und Niedergang des Teppichbodens geschrieben – aus sehr persönlichen Gründen.
brand eins: Herr Lunghuß, wieso spielt ausgerechnet Auslegware in Ihrem Roman die tragende Rolle?
Marc Lunghuß: Das hat autobiografische Gründe. Ich bin Sohn eines Handelsvertreters für Teppichböden. In unserem Haus in der niedersächsischen Provinz gab es kaum eine Stelle, die nicht mit dem Material bedeckt war. Als kleines Kind hatte ich daher enge Berührung damit und wunderte mich, wenn ich bei einem benachbarten Bauern hart auf die Holzdielen fiel – das war bei uns zu Hause nicht zu befürchten. Das ist der Boden, von dem ich komme. Und den habe ich mir lange vom Leib gehalten: Ich wollte irgendwann raus aus der kleinbürgerlichen Welt und wünschte mir, ebenso wie der Protagonist in meinem Buch, nichts sehnlicher als ein Leben auf Parkett.
Wie kam es dann 25 Jahre später zur Ehrenrettung des lange verschmähten Materials und Ihres Vaters?
Ich habe im Freundeskreis immer mal wieder Witze gemacht über meine Herkunft und festgestellt, dass die Geschichte dieses vermeintlich kleinen Teppichboden-Verkäufers auf großes Interesse stieß. Das hat mich dazu gebracht, seiner eng mit dem Material verwobenen Biografie nachzugehen. Zeit seines Lebens hat mich das überhaupt nicht interessiert.
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Er ist Teil unserer Ausgabe Handwerk