Wäre schade um die Schale
Die Küche – egal ob daheim oder in der Gastronomie – ist ein eigener Kosmos, der viel über uns, die Wirtschaft und die Gesellschaft verrät. Luka Lübke, Köchin und Autorin, erzählt dieses Mal, wie man aus einfachen Zutaten das Beste rausholt.
• Ich weiß nicht, welches der wiederkehrenden Themen ich weniger spannend finde: die Frage, welches Messer-Set ich verwende, oder das Gerede darüber, dass man sich gute Lebensmittel nicht leisten könne. Mal sehen, ob ich hier beides auf einmal aus der Welt schaffen, also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. * Ähnlich wie das tapfere Schneiderlein aus dem Märchen der Brüder Grimm, dessen Handwerk in unseren Breiten ähnlich wie das Lebensmittelhandwerk nicht mehr das ist, was es mal war. Maßschneiderin kann man zwar in Deutschland heute noch lernen, aber die Zahl der Menschen, die sich ihre Kleidung individuell anfertigen lassen, dürfte etwa so hoch sein wie die Zahl derer, die schon mal Sauerkraut mit ihren nackten Füßen gestampft haben.
Zunächst zum Messer-Set: Ich habe keins. Seit 20 Jahren besitze ich ein paar teurere Messer aus Japan und ein Brotmesser aus der Schweiz, ich habe aber auch ganz einfache Messer aus dem Asia-Shop und ein paar mittelpreisige mit Plastikgriff aus dem Profi-Fleischereibedarf. Die sind zwar nicht hübsch, aber sie tun, was sie sollen, wenn ich sie so achtsam behandele, wie ich es bei meinem Praktikum in der Fleischerei gelernt habe: erst abziehen, also schärfen, dann arbeiten – nicht umgekehrt. Und immer ein Schneidbrett benutzen, niemals in die Spülmaschine.
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Er ist Teil unserer Ausgabe Handwerk