Heimische Holzkohle
Grillkohle aus dem Supermarkt hat oft eine zweifelhafte Herkunft und ist wenig ökologisch. Ein belgischer Holzproduzent macht das besser.
• Bertrix in der belgischen Provinz Luxemburg: Der Geruch von frischem Holz liegt über dem Lagerplatz mit den gestapelten Baumstämmen. In einem Winkel stehen vier schwarze eiserne Öfen. James Demaret prüft durch ein Guckloch das lodernde Feuer im Innern. Der Unternehmer produziert Holzkohle aus heimischen Wäldern. Die Idee dazu sei ihm gekommen, als er im Jahr 2020 zufällig die Importstatistik von Grillkohle las.
Nicht eine der rund 20.000 Tonnen, die das Land pro Jahr an Holzkohle verbraucht, kam demnach aus Belgien. Laut Eurostat stammen drei Viertel der etwa eine Million Tonnen in der EU jährlich verbrauchten Holzkohle aus Nicht-EU-Ländern. Die größten Lieferanten waren laut einer Analyse des Thünen-Instituts und der Umweltorganisation WWF im Jahr 2020 die Ukraine, Nigeria, Kuba und Namibia, außerdem Russland, Indonesien und Paraguay. In vielen dieser Länder seien Korruption und illegaler Holzeinschlag weitverbreitet, kritisieren die Autoren. Der Grund dafür: Grillkohle falle bisher nicht unter die Europäische Holzhandelsverordnung. Selbst wenn der Einschlag im Ausland illegal war, könne die Kohle in Europa verkauft werden.
Das war der Anlass für James Demaret, selbst ins Köhlergeschäft einzusteigen: „Illegale Holzeinschläge in Tropenländern, nur für unser Grillvergnügen? Das hat mich schockiert.“ Seine Firma ITS Wood setzt mit gut 20 Mitarbeitern jährlich rund 45 Millionen Euro um. Das seit 2004 im Holzgeschäft tätige Familienunternehmen – Demaret ist seit 2013 Alleinaktionär – kauft Buchen und Eichen aus Wäldern in der Region. Daraus werden Furniere für die Möbelindustrie gefertigt. Der Verschnitt wird zu Hackschnitzeln, was davon übrig bleibt, geht zur Papierindustrie. Seit 2022 verkohlt ITS Wood einen Teil der Holzreste in selbst gebauten Öfen.
„Bei jeder Charge Holzkohle muss nachvollziehbar sein, woher sie stammt“, sagt Demaret. Doch selbst mit anerkannten Qualitätssiegeln zertifizierte Ware ist oft problematisch. Klassische Kohlemeiler seien die Regel, sagt Johannes Zahnen, Holzexperte beim WWF: In einer mit Erde und Steinen abgedeckten Brennkammer glimme das Holz vor sich hin, das Abgas entweiche unkontrolliert in die Atmosphäre.
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