Harder Logistics
Der Fluchthelfer
Marcello Danieli verlagert Produktionsstätten. Besuch bei einem Augenzeugen der Deindustrialisierung Deutschlands.
Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 10/2024.
Stets auf Achse: Marcello Danieli, der Chef von Harder Logistics
• Ein Gewerbegebiet in Neu-Ulm. In einer schmucklosen Halle parken zwei Kräne. Äußerlich unterscheiden sie sich kaum. Der eine hat ein Führerhaus, der andere nicht, ist aber ein bisschen größer. Als er die Details erklärt, gerät Marcello Danieli ins Schwärmen. „Der alte kann 20 Tonnen heben“, sagt er, „der neue schafft 40 Tonnen. Und man kann ihn per Fernbedienung steuern.“ Den neuen hat er dieses Jahr angeschafft, mit Tieflader und Zugmaschine für den Transport hat das schwere Gerät 1,2 Millionen Euro gekostet.
Wozu diese Investition? „Wenn ein Kunde sein Werk verlagern will, fragt er nicht, was es kostet. Sondern ob wir’s können. Wir bieten ihm eine Lösung aus einer Hand: kompletter Umzug samt Rückbau der bisherigen Hallen. Mit eigenem Equipment sind wir flexibel. Deshalb brauchen meine Mitarbeiter das beste Werkzeug.“
Danieli ist geschäftsführender Inhaber von Harder Logistics. Die Firma beschäftigt 165 Mitarbeiter und erzielte vergangenes Jahr einen Rekordumsatz von 25 Millionen Euro. Gut 75 Prozent kamen durch Umzüge von Industrieunternehmen zustande. Wenn ein Betrieb nicht länger in Deutschland produzieren will, baut Harder die Anlagen am bisherigen Standort ab und woanders wieder auf – in Osteuropa, Asien, Amerika. Seit 2020 hat Harder 320 Betriebe verlagert. Es ist ein Geschäft, das sich ständig verändert und Danieli Einblicke in die deutsche Industrie verschafft, die nicht jeder hat.
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Er ist Teil unserer Ausgabe Handwerk