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@gipserfelix – Influencer im Handwerk

Wie der Influencer @gipserfelix seinem Handwerk einen neuen Anstrich verleihen will.



Ein junger Mann steht selbstbewusst in einer Werkstatt. Er trägt Arbeitskleidung und schaut in die Kamera. Die Werkstatt ist vollgestellt mit Werkzeugen, Farbeimern und Materialien, was eine lebhafte Arbeitsatmosphäre vermittelt.

Als Felix Schröder mit der Schule fertig war, fing er als Auszubildender im elterlichen Stuckateurbetrieb an. Heute ist er dort Geselle. Ein anderer Weg kam Schröder damals gar nicht in den Sinn. Umso trauriger findet der 27-Jährige aus Bad Dürkheim, dass immer weniger junge Menschen ins Handwerk wollen. Daran seien die Betriebe aber auch selbst schuld.

Seine Follower auf Instagram und Tiktok kennen ihn als Gipser Felix. Stuckateur ist die offizielle Berufsbezeichnung. Schröder ist stolz auf seinen Beruf und zeigt das auch in den sozialen Medien. Dort lässt er die Muskeln spielen, wenn es darum geht, Gerüstteile zu tragen. Weißes Top anziehen, starke Oberarme zeigen, Luft holen und los geht’s.

Dann schlüpft er für eine Persiflage in die Rolle eines Zimmerers, bindet sich dafür eine Strickjacke um und beschwert sich beim Gerüsttragen über „das schwere Teilchen“. In den Kommentaren wird fleißig darüber diskutiert, ob Zimmerer sich wirklich so anstellen.

Hinter solchen Späßen steckt ein ernstes Anliegen: „Das Handwerk hat ein Imageproblem“, meint Schröder. „Die Branche wirkt nach außen hin total veraltet.“ Lange Arbeitszeiten, rigide Hierarchien, Männerüberschuss in vielen Gewerken. Das sei der allgemeine Eindruck. Dass es dazu kommen konnte, habe sich jeder Einzelne im Handwerk zuzuschreiben, betont Schröder.

In seinen Kurzvideos kritisiert er häufig die veralteten Ansichten mancher Chefs. So vergleicht er in einer Szene überspitzt die Verhältnisse im Handwerk mit denen in Bürojobs. Während der Chef im Büro sagt: „Ob du morgen frei haben kannst, weil dein Goldfisch Geburtstag feiert? Natürlich Hans-Dieter!“, klingt der Handwerkschef dagegen so: „Ob du heute zwei Stunden früher gehen kannst, weil deine Frau in den Wehen liegt? Für diese unverschämte Frage arbeitest du heute zwei Stunden länger!“

Eine übertriebene Darstellung? Mit- nichten, wie die Kommentare zeigen. Solche Patriarchen gebe es tatsächlich noch, sie hätten zum schlechten Ruf des Handwerks beigetragen. „Da muss sich jeder Betrieb an die eigene Nase fassen und mit gutem Beispiel vorangehen“, erklärt Schröder.

Er selbst will mit seinen Videos den Wandel anstoßen. Sie sollen zeigen, dass das Handwerk trotz einiger Missstände eine tolle Sache ist.

brand eins: Herr Schröder, warum zieht es nicht mehr junge Leute in Handwerksberufe?

Felix Schröder: Ich beobachte immer wieder, dass viele aus meiner Generation keine Lust mehr auf körperliche Arbeit haben und lieber im Büro sitzen. Ich finde das schade, weil es doch nichts Besseres gibt, als etwas selbst zu erschaffen. Ich bekomme für die Kritik an meiner Generation öfter böse Kommentare – aber das hält mich nicht ab.

Ist das Handwerk denn besser als sein Ruf?

Auf jeden Fall! Klar gibt es schlechte Ausbilder und Chefs. Aber es hat sich einiges zum Guten gewandelt, viele Arbeiten sind deutlich einfacher geworden, auch weil Maschinen heute viel übernehmen.

Würden flexiblere Arbeitszeiten oder die Viertagewoche das Handwerk attraktiver machen?

Viele Betriebe gehen wirklich in die Vollen, um Nachwuchs zu gewinnen. Ich persönlich kann der Viertagewoche nichts abgewinnen, weil ich sie in der aktuellen Wirtschaftslage für realitätsfern halte.

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