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Was wäre, wenn ... man den Zigarettenkauf schrittweise verböte?

Ein Szenario.



Nahaufnahme einer brennenden Zigarette. Der glühende Tabak ist deutlich sichtbar, Rauch steigt auf und füllt den Raum. Der Hintergrund ist orangefarben und verschwommen.

• Rauchen ist gesundheitsschädlich, damit aufzuhören aber nicht einfach. Daher gibt es nun in mehreren Ländern Überlegungen, das Mindestalter für den Kauf von Zigaretten immer weiter zu erhöhen, um zu verhindern, dass die Leute überhaupt mit dem Rauchen anfangen. Was wäre, wenn es eine solche Regelung in Deutschland gäbe?

Der britische Premierminister Rishi Sunak brachte im März 2024 ein Gesetz auf den Weg, das die Altersgrenze für den Kauf von Tabak in Großbritannien – derzeit ist das ab 18 erlaubt – jährlich um ein Jahr anheben soll. Wer ab Januar 2009 geboren wurde, soll demnach das ganze Leben lang legal keine Zigaretten mehr erwerben können. Das Ziel: eine neue Generation, die komplett rauchfrei aufwächst.

„Das Interessante an diesem Ansatz ist, dass es sich um kein Rauch-, sondern ein Verkaufsverbot handelt“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Tobias Effertz, der an der Universität Hamburg über die volkswirtschaftlichen Kosten von Rauchen promoviert hat. Durch die steigende Altersgrenze würden Raucher nicht eingeschränkt, „aber es wird dafür gesorgt, dass weniger Menschen anfangen“.

In Deutschland rauchen die Menschen durchschnittlich zum ersten Mal mit etwa 15,5 Jahren – das gesetzliche Mindestalter zum Tabakkauf liegt bei 18 Jahren. In den Achtzigerjahren lag das Einstiegsalter noch bei 13,5 Jahren. „Es ist nachgewiesen, dass Menschen umso schwerer vom Rauchen loskommen, je früher sie damit angefangen haben“, sagt Effertz.

In Deutschland sterben jährlich mehr als 127.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum. Das sind mehr als 40-mal so viele wie im Straßenverkehr und mehr als 60-mal so viele wie durch illegale Drogen. Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Ein Verbot könnte also viele schwere Erkrankungen und frühzeitige Todesfälle verhindern.

Volkswirtschaftlich gesehen würde dadurch zwar die Tabaksteuer (Einnahmen 2023: knapp 12 Milliarden Euro) wegfallen, gleichzeitig wären enorme Einsparungen im Gesundheitswesen möglich.

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