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Vargas

Erst Kunden und Geld akquirieren, dann die Fabrik bauen. So macht der Investor Vargas grüne Technik groß.



Ein Mann in einem dunklen Anzug steht lässig in einer Türöffnung. Er hat graue Haare und wirkt nachdenklich. Im Hintergrund ist ein Gebäude mit mehreren Fenstern zu sehen. Das Licht fällt von der Seite und betont seine Silhouette.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 06/2024.

• Das Prinzip Start-up funktioniert bekanntlich so: Sie haben eine brillante Geschäftsidee und eine Garage in der San Francisco Bay Area. Dort schreiben Sie ein Konzept. Dann kommen die risikofreudigen Venture-Capital-Investoren und geben Ihnen Geld, damit Sie die Idee weiter ausarbeiten. Später geben Ihnen Private-Equity-Leute noch mehr Geld, bis schließlich aus Ihrer Idee ein Konzern entstanden ist.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass vielen Start-ups das Geld ausgeht, bevor sie überhaupt ein Produkt auf den Markt bringen können, weil sie genau diesen Markt falsch eingeschätzt haben.

Die schwedische Holding Vargas geht deshalb anders vor: Sie sucht erst Kunden und Investoren und baut dann das passende Start-up auf. Vargas ist ein sogenannter Company Builder, der sich auf grüne Technik spezialisiert hat. Den Batterie-Hersteller Northvolt zum Beispiel, der gerade in Heide, Schleswig-Holstein, eine Batteriefabrik baut, hat Vargas nach diesem Ansatz gegründet.

Dabei sei das überhaupt nicht so geplant gewesen, sagt Carl-Erik Lagercrantz, der Vorstandsvorsitzende von Vargas. Als er und sein Partner Harald Mix ihre Investmentfirma im Jahr 2014 gründeten, waren sie auf der Suche nach jungen Unternehmen und neuen Ideen, in die sie Geld stecken könnten.

Zunächst förderte Vargas den schwedischen Tüftler Stefan Jansson, der mit seinem Start-up Polarium die Notstromaggregate von Sendemasten mit einer neuen Akkutechnik ausstatten wollte: Statt der bislang üblichen Blei-Säure-Batterien setzte Jansson auf leistungsfähigere und umweltfreundlichere Lithium-Ionen-Batterien. Während einer Sitzung – so erzählt es Lagercrantz heute – sei ihm klar geworden, dass Polariums Geschäft zu 70 Prozent von asiatischen Zulieferern abhing, auf die er so gut wie keinen Einfluss hatte. Denn moderne Batterien wurden damals fast ausschließlich in Asien gefertigt. Wenn der Zulieferer ausfiele oder die Preise dramatisch erhöhte, dann wäre Polarium chancenlos.

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