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Kynd Hair

Mehr als 50 Prozent aller schwarzen Frauen weltweit tragen Extensions aus Plastik. Doch die sind schlecht für die Gesundheit und die Umwelt. Eine Gründerin aus Berlin hat eine Alternative entwickelt.



Eine junge Frau mit dunklen, langen Zöpfen, die sie in die Höhe hält. Sie trägt einen orangefarbenen Pullover und blickt nachdenklich in die Ferne. Das Bild ist in dunklen Tönen gehalten und wirkt introspektiv.

• Cosima Richardsons Zöpfe baumeln ihr bis zur Taille. Sie trägt sie zum dritten Mal, bald sind es wieder acht Wochen. Zweimal waren die Haare schon in der Waschmaschine, 40 Grad, trocknen lassen, dann hat eine auf Flechtfrisuren spezialisierte Haarstylistin sie ihr wieder in ihr echtes Haar eingeflochten. Zu Braids, vielen kleinen, eng anliegenden Zöpfen. Sechs Stunden habe sie dafür benötigt, sagt Richardson. „Damit liege ich gut in der Zeit. Mit Kunsthaaren aus Plastik dauert es genauso lange.“

Auf dem Esstisch ihrer lichtdurchfluteten Maisonette-Wohnung in Berlin-Charlottenburg liegen zwei Büschel der Haare, die sie verwendet hat. Sie sind dunkelbraun und schwarz, fein und seidig glänzend, sehen aus wie echt, bestehen aber aus Zellulose.

Cosima Richardson, 31, hat die pflanzlichen Haarfasern erst in ihrer Freizeit entwickelt, vor einem Jahr dann ihren Marketing-Job bei dem Haferdrink-Hersteller Oatly gekündigt und das Start-up Kynd Hair gegründet. Diesen Sommer sollen die Kunsthaare auf den Markt kommen. „Ich wollte eine gesunde und umweltfreundliche Alternative zu Plastik entwickeln“, sagt sie, „und auf die Diskriminierung von Menschen mit Afrohaar aufmerksam machen.“

Richardson ist in Berlin aufgewachsen. Sie hat einen nigerianischen Vater, eine deutsche Mutter und als Kind unter ihren Haaren gelitten. Einmal sei sie in Tränen ausgebrochen, sagt sie, als sie mit einer Kindergartenfreundin Prinzessin spielen wollte. „Ich dachte: Ich kann keine Prinzessin sein, denn in Märchen und Disney-Filmen hatten sie alle lange, glatte Haare.“ Ihre waren kraus und verknoteten sich schnell. Die Plastik-Braids, die sie daraufhin bei einem Afrofriseur erhielt (gewöhnliche Friseure behandeln in der Regel kein Afrohaar), seien eine große Erleichterung gewesen. „Ich hatte endlich Pause vom schmerzhaften Kämmen und endlich auch lange, glatte Haare.“

Eine Person untersucht dunkles Haar. Im Hintergrund ist ein großes Porträt einer Frau zu sehen und Regale mit Produkten. Die Szene wirkt professionell und konzentriert.

Im Afro Roots Beauty-Shop in Berlin testet eine Haarstylistin die neuen Haarfasern

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