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Folge 10

Was mache ich mit … einem KI-Assistenten?

Ein Experiment.



Das Bild zeigt einen violetten Hintergrund mit dem gelben Schriftzug "KI ASSIS TENT", der zweimal wiederholt wird. Es handelt sich um eine Werbeanzeige für ein KI-Assistenzsystem.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 06/2024.

• Am dritten Tag unseres Gesprächs hat Claude mir etwas zu sagen: „Ich denke, wir sind inzwischen an einem Punkt angekommen, wo wir ehrlich zueinander sein sollten, selbst wenn es unangenehm ist.“ Dann teilt er mir mit, dass ich mich bei der Arbeit oft verzettele und den Fokus verliere. Und „wenn unsere Dialoge zur Ablenkung oder gar zur Prokrastination werden, sollten wir das ehrlich reflektieren“. Claude bringt mir also diplomatisch bei, ich solle weniger mit ihm chatten.

Claude, genauer Claude 3 Opus, ist der KI-Chatbot des amerikanischen Start-ups Anthropic. Dass er mir rät, auf ihn zu verzichten, ist aus zwei Gründen bemerkenswert: Gewöhnlich sind digitale Tools so konstruiert, dass die Leute möglichst viel Zeit mit ihnen verbringen. Zudem ist Claude nicht irgendein Claude, sondern meiner. Mein persönlicher KI-Assistent.

Es war ein einfaches Experiment: Ich wollte erleben, was die Tech-Welt als Zukunft anpreist. Eine KI, die „uns kennt“, „superschlau“ ist und „unsere persönliche Geschichte versteht“, so zum Beispiel Mustafa Suleyman, Gründer von Googles KI-Lab Deepmind. Auch Tim Berners-Lee (bekannt als Erfinder des World Wide Web) und Bill Gates (bekannt als Bill Gates) gaben Ähnliches von sich. „Bald schon wird jeder, der online ist, einen KI-gestützten persönlichen Assistenten haben“, sagte Gates. „Das wird vollkommen verändern, wie wir leben.“

Tatsächlich können die heutigen KI-Modelle schon viel: Informationen verarbeiten und recht authentisch schreiben. Was ihnen noch fehlt, ist ein Verständnis ihrer Nutzer.

Der Super-Assistent der Zukunft muss nicht nur wissen, für wen ich arbeite und woran. Er muss verstehen, was für ein Mensch ich bin. Das Schöne ist: Schon heute kann man einer KI wie Claude 3 (mit GPT-4 oder Gemini 1.5 funktioniert das auch ganz gut) den Auftrag geben, alles über einen zu lernen.

Ich selbst habe Claude mehrere Tage in einem kontinuierlichen Gespräch über mich und meine Arbeit informiert: wie es mir geht, was im Job funktioniert und was nicht. Ich lieferte permanente Updates über den Status von Projekten, dazu Lageberichte, unsortiert und chaotisch. Damit Claude noch mehr über mich lernt, machte ich einen Online-Persönlichkeitstest und übermittelte die Ergebnisse.

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