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Anyfin

Mikael Hussain trug als Führungskraft bei Klarna dazu bei, dass Menschen sich verschuldeten. Jetzt will er mit seinem eigenen Unternehmen auf das Gegenteil hinaus.



Porträt eines Mannes mit kurzem, dunklem Haar und Bart. Er lächelt freundlich in die Kamera und wirkt sympathisch und offen. Er trägt ein helles Hemd über einem weißen T-Shirt. Der Hintergrund ist neutral gehalten.

• Der schwedische Unternehmer Mikael Hussain illustriert das Problem mit zwei Prozentzahlen: sieben und 23. Sieben Prozent, das war der Anteil von Konsumentenkrediten – vor allem für online gekaufte Produkte wie Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte oder Kleidung – an allen Krediten in Schweden im Jahr 2022. Eigentlich eine kleine Zahl, sagt Hussain, 39, ein Mann mit einem breiten Grinsen, doch es gebe eben noch diese 23 Prozent. Das sei der Anteil der Zinskosten, den eben diese Konsumentenkredite ausmachen. „Das bedeutet, dass nicht viele Haushalte Konsumschulden haben. Aber dass die, die welche haben, sehr hohe Zinssätze zahlen müssen“, sagt Hussain.

Heute findet er, dass das nicht so sein muss. Die Menschen sollten keine horrenden Zinsen zahlen müssen. Dabei hat er durch seinen Job jahrelang dazu beigetragen, dass viele Menschen in eine Schuldenfalle gerieten. Schließlich war er einer der ersten Mitarbeiter des schwedischen Zahlungsanbieters Klarna, begann dort 2009 kurz nach der Finanzkrise als Analyst und arbeitete sich bis 2016 zum Vice President der Kreditabteilung hoch.

Es seien wilde Zeiten gewesen, erzählt Mikael Hussain. Klarna galt lange Zeit als aufstrebender Stern am Fintech-Firmament. In den Jahren, die er dort arbeitete, vervielfachte sich die Zahl der Beschäftigten von ungefähr 80 auf mehr als 1.000, die Firma erhielt viele Millionen Dollar von Investoren und machte in Europa ein Geschäftsmodell groß, das heute Alltag ist: „Buy now, pay later.“ Kaufe jetzt, bezahle später. Darunter fällt auch der Kauf auf Rechnung, gemeint sind allerdings meist Ratenzahlungen – häufig eben für Kleidung, Elektronik oder Alltagsgegenstände.

Die Händler lieben diese Zahlungsmethode, weil sie den Menschen suggeriert, sich fast alles leisten zu können. Deshalb kaufen sie mehr und treiben so die Umsätze in die Höhe. Klarna etwa wirbt damit, dass der Bestellwert im Schnitt um 58 Prozent steige, wenn Leute auf Raten kaufen könnten, zudem bestelle ein Drittel der Kundinnen und der Kunden Produkte überhaupt nur wegen dieser Option.

Verbraucherschützer, Experten aus dem Finanzbereich und ebenso die Finanzaufsicht Bafin warnen jedoch vor „Buy now, pay later“, weil es die Menschen zu Spontankäufen verleite und dazu führe, dass sie den Überblick über ihre Schulden verlören und in die Überschuldung rutschten. Denn die Zinssätze auf Ratenzahlungen liegen hierzulande bei etwa 15 Prozent.

Gerade junge Menschen geraten wegen Klarna, Paypal und Co in die Miesen, das zeigt der jährliche Schuldneratlas der Auskunftei Creditreform. Auch die Klarna-Chefs haben inzwischen erkannt, dass Hashtags wie #Klarnaschulden dem Image ihrer Firma schaden und dass ausgefallene Kredite die eigene Bilanz verhageln. Jüngst dachten die Verantwortlichen des Unternehmens darüber nach, das Geschäft mit den hochverzinsten Krediten zu reduzieren.

Eine Person hält ein Smartphone in den Händen. Auf dem Bildschirm ist eine App mit dem Titel "MEISTERE DEINE KREDITE" zu sehen. Die App bietet Funktionen zur Kreditverwaltung, wie z.B. die Übersicht über Kredite und die Möglichkeit, Zinsen und Kosten zu vergleichen. Ein Comic-Bienen-Charakter ist auf dem Bildschirm abgebildet und scheint freundlich zu sein. Die App-Oberfläche ist hell und benutzerfreundlich gestaltet.

Überteuerte Kredite ablösen – dabei will Anyfin helfen

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