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Da geht noch was!

Krankheiten und die Folgen der Erderwärmung bedrohen die Lebensgrundlage vieler Menschen. Drei Lichtblicke.



Eine Grafik zeigt eine stilisierte Szene auf einer Weide. Im Vordergrund ist der Kopf einer schwarz-weiß gefleckten Kuh zu sehen, die nach rechts blickt. Rechts davon befindet sich ein blauer, tropfenförmiger Gegenstand, der in die Luft fliegt. Darunter liegt ein gelber Gegenstand auf einem grünen Rasen, der von einem kleinen, gelben und violetten Objekt durchbohrt wird. Der Hintergrund ist hellblau.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 08/2024.

Das Problem: Zu viel Methan in der Atmosphäre

Klimaschutz zielt meist darauf ab, CO2 zu reduzieren. Kohlendioxid gilt vielen als Hauptverursacher der Erderwärmung. Dabei ist Methan rund 30-mal so klimaschädlich wie CO2 und wird für 0,5 Grad Celsius der bisherigen Erderwärmung verantwortlich gemacht.

In Deutschland stammen rund drei Viertel der Methanemissionen aus der Landwirtschaft. Das liegt vor allem an der Tierhaltung, besonders an Kühen. Denn bei der Verdauung von faserreichem Gras und Stroh entsteht Methan, das Kühe und andere Wiederkäuer an die Umwelt abgeben. Deshalb wollen Wissenschaftler Kühe dazu bringen, weniger zu rülpsen.

Ein Lösungsansatz: Anders füttern

Hoffnung setzt die EU in neuartige Stoffe, die ins Futter gemischt werden. Anfang 2022 genehmigten die Mitgliedstaaten den Stoff 3-Nitrooxypropanol (3-NOP) zur Reduzierung der Methanemissionen. Einer Studie zufolge kann er die Methanbildung bei der Verdauung um bis zu 30 Prozent verringern. Ein ähnlich großes Potenzial wird dem Zusatz von Futterfetten, Algen oder Tanninen zugesprochen. Reicht es also, Milchkühen ein paar Nahrungsergänzungsmittel ins Futter zu mischen, um den Methanausstoß zu verringern?

„Das Problem bei all diesen Zusatzstoffen ist, dass je nach Dosierung die Futteraufnahme gesenkt wird und die Kuh in der Folge unproduktiver wird“, sagt Ralf Loges vom Institut für Tierernährung und Stoffwechselphysiologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ein Landwirt hat also Kosten, weil er den Zusatzstoff einkaufen muss, und seine Einnahmen sinken womöglich, weil die Kuh weniger Milch gibt. „Für die Umwelt mögen die Zusatzstoffe einen Nutzen haben, für den einzelnen Landwirt aber nicht“, sagt Loges. Daher müsse es Anreize geben, etwa indem der Einsatz der Stoffe bei einer möglichen Klimasteuer angerechnet wird.

Bei vielen Mitteln weiß man allerdings noch zu wenig über die langfristigen Effekte. Außerdem muss die Gesamtbilanz stimmen. Wird zum Beispiel als Fettzusatz, damit die Kühe weniger Methan ausstoßen, Palmöl aus Südostasien eingesetzt, für das große Flächen Regenwald gerodet werden, ist in Sachen Klimaschutz wenig gewonnen.

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