GeoClimaDesign
Heizung an der Decke
Eine Firma aus Brandenburg hat früh erkannt: Wohnungen von oben zu heizen hat viele Vorteile.
• Wer eine Wärmepumpe einbauen will, so raten es Fachleute, sollte diese mit einer Fußbodenheizung kombinieren. Wie aber soll das in einem Altbau gehen? Dort würde man die historische Bausubstanz zerstören, es wäre teuer – und ziemlich kompliziert.
Antje Vargas, die Geschäftsführerin der im brandenburgischen Fürstenwalde angesiedelten GeoClimaDesign AG, wirbt für ihre Alternative: eine Heizung an der Zimmerdecke. Obwohl ihre Firma die Idee schon seit der Gründung im Jahr 2007 propagiert, handelt es sich dabei noch um ein Nischenprodukt.
Die Deckenheizung kann man sich in der Firmenzentrale ansehen. Der älteste Teil des riesigen Backsteingebäudes mit dicken Holzbohlen ist knapp 200 Jahre alt. Es war die größte noch aktive Wassermühle in Norddeutschland, bis zum letzten Tag der DDR wurde dort Mehl produziert. Das imposante Gebäude direkt an der Spree hatte nie eine Heizung und darf wegen des Denkmalschutzes nicht von außen gedämmt werden. „Für normale Bauherren und Immobilienentwickler ein Albtraum“, sagt Antje Vargas. Das Gebäude stand fast 20 Jahre leer. Europa sei voll von solchen Gebäuden, sagt sie. Die zu dämmen wäre eine Mammutaufgabe – aber mit ihrer Technik gar nicht mehr nötig.
Das System funktioniert mit Kapillarröhrchen, die die Firma in einer ein paar hundert Meter von der historischen Wassermühle entfernt liegenden Fabrikhalle produziert. Laut ratternde Maschinen verarbeiten Kunststoff zu blauen Röhrchen, die zu großen Ballen aufgerollt werden. Solche Röhrchen und entsprechende Heizsysteme gebe es schon seit mindestens 30 Jahren, sagt Vargas. „Das, was uns aber besonders macht: Wir sind ein Systemhersteller.“ Die 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma stellen nicht nur die Röhrchen, sondern vollständige Heizungen her – angepasst an den jeweiligen Raum. „Wie bei einem Baukasten von Lego.“
Als die Sanktionen gegen Russland beschlossen waren, rechnete Vargas mit einer steigenden Nachfrage nach ihren Produkten. Im vergangenen Sommer eröffnete sie daher einen zweiten Produktionsstandort, ebenfalls wenige hundert Meter vom Firmenhauptsitz.
Dort hängen die vorproduzierten Röhrchen aufgerollt an Spulen. Alle paar Minuten zieht ein Roboter sie über einen langen Tisch und verschweißt sie zu bis zu zwölf Meter langen Rohrmatten. Dieses System erlaubt das Verlegen besonders flacher Deckenheizungen mit dünnen Röhrchen im Abstand von etwa zwei Zentimetern.
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