Karin Jurczyk im Interview
„Es geht um persönliche Entwicklung und Entfaltung, um Möglichkeiten der Umorientierung“
Sie wolle nicht weniger als eine Revolution der Arbeitswelt, wird Karin Jurczyk vorgeworfen. Die Soziologin sieht das als Kompliment. Es führe kein Weg daran vorbei, Erwerbsbiografien neu zu denken.
Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 03/2023.
Die Soziologin Karin Jurczyk, Jahrgang 1952,
leitete von 2002 bis zu ihrer Verrentung 2019 die Abteilung Familie und Familienpolitik am Deutschen Jugendinstitut in München. Das sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut untersucht die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien und berät dazu Öffentlichkeit und Politik. Karin Jurczyk arbeitet heute freiberuflich und sitzt im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik.
• Der Name des Konzeptes, das Karin Jurczyk mitentwickelt hat, klingt etwas sperrig: Optionszeitenmodell. Es sieht vor, dass Menschen im Laufe ihres Erwerbslebens immer wieder die Möglichkeit haben, aus dem Beruf auszusteigen – etwa um Kinder zu versorgen, ein Ehrenamt auszuüben, sich weiterzubilden oder eigenen Interessen nachzugehen. Die Entzerrung des Berufslebens ergibt Sinn, weil Menschen immer älter werden. Doch aktuell scheint die Entwicklung in eine andere Richtung zu gehen: Manche Fachleute fordern wegen des Fachkräftemangels eine Verlängerung der Wochen- und Lebensarbeitszeit.
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Er ist Teil unserer Ausgabe Neue Lebensplanung