Desertec

Das Projekt Desertec scheiterte zunächst, der Traum vom Solarstrom aus der Wüste platzte. Jetzt aber arbeiten europäische, nordafrikanische und arabische Staaten an einem gemeinsamen Markt für Wasserstoff.




• Elf Jahre ist es her, dass Paul van Son im saudischen Energieministerium eine Abfuhr erhielt. Freundlich, aber bestimmt, bei einem Tee. Solarenergie, das sei ja schön und gut – „aber wir brauchen das nicht“. Diese Worte sollen gefallen sein, und sie hallen bis heute nach.

Van Son ist Gründungsmitglied der Desertec-Initiative. Das Auswärtige Amt und das Bundeswirtschaftsministerium hatten ihm geholfen, in Riad für sein Vorhaben zu werben. Unterstützt wurde dieses von zwölf Industriekonzernen, darunter mehrere aus Deutschland. Was van Son und seine Mitstreiter planten, war ein gigantisches Projekt: Strom aus der Wüste für Europa.

Van Son war sich seiner Sache sicher. Er wollte seine saudischen Gesprächspartner mit einer nüchternen Rechnung überzeugen: Ein mit Solarzellen bedecktes Quadrat von 300 mal 300 Kilometern würde ausreichen, um die ganze Welt mit Energie zu versorgen. „Nach einer halben Stunde konnte ich wieder gehen“, sagt der Niederländer heute. „Die Saudis lebten noch im Ölzeitalter.“ Es gab keinen nennenswerten Markt für Solarenergie, die Fotovoltaik-Technik war unglaublich teuer und Klimaschutz noch kein so großes Thema wie heute. Der erste Versuch des Projekts Desertec scheiterte krachend.


 

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