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Existenzielle Risiken

Der Mensch könnte die erste Spezies sein, die sich selbst ausrottet. Das war noch nie so leicht wie heute.



Zeichnung, die die Evolution des Lebens darstellt. Oben links beginnt die Darstellung mit einer Sonne und kleinen, einfachen Lebensformen im Wasser. Die Entwicklung führt über Reptilien, kleine Säugetiere und schließlich zu aufrechten Menschen. Rechts davon explodiert eine Wolke aus Fischen und anderen Lebewesen. Unten links ist ein Vulkan zu sehen, der Lava ausstößt und von kleinen Lebewesen umgeben ist. Unten rechts ist ein großer Stein dargestellt, unter dem sich kreisförmige Lebensformen befinden. Die Zeichnung vermittelt den Eindruck einer langen und vielfältigen Entwicklung des Lebens auf der Erde.

• Der Weltuntergang würde 1997 kommen. So hatte es Shoko Asahara, Gründer der japanischen Aum-Sekte, seit Ende der Achtzigerjahre immer wieder angekündigt. Er sah sich selbst als Reinkarnation des Hindu-Gottes Shiva und von Jesus Christus. Geschätzte 40 000 Menschen weltweit kauften ihm das ab. Die Präfektur von Tokio erkannte Aum als „neu-religiöse Gemeinschaft“ an und gewährte Steuerbefreiung.

1995 wollte Asahara der Welt schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf die Apokalypse geben.

Zur Hauptpendlerzeit setzten Mitglieder seiner Sekte in fünf Tokioter U-Bahn-Zügen das Nervengift Sarin frei. 13 Menschen starben, mehr als 6000 wurden verletzt. Der Anschlag schockierte die Welt und brachte Verantwortliche für Terrorabwehr ins Grübeln. Denn ihnen wurde schnell klar: Hätten die japanischen Terroristen mehr von Chemie verstanden, wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu vielen Tausend Toten gekommen, vielleicht zu Hunderttausenden. Die Sekte hatte den chemischen Kampfstoff selbst hergestellt, aber zum Glück nicht in reiner Qualität. Außerdem hatten die Täter das Gift in Plastiksäcken verstaut, die sie durchlöcherten. Die Auswirkungen wären viel schlimmer gewesen, hätten sie die Flüssigkeit versprüht.

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