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Aus Öl wird Öl

In China gibt der Staat die großen Linien der Klimapolitik vor. Doch im Kleinen versuchen auch Jungunternehmer wie Liu Shutong, ihr Land umweltfreundlicher zu machen.



Das Bild zeigt eine Außenaufnahme einer Ecke eines Gebäudes. An der Fassade befindet sich ein Wasserhahn mit einem selbstgebauten Becken aus Beton. Mehrere Kanister stehen herum, einige davon sind leer und wirken gebraucht. Die Umgebung wirkt schlicht und funktional, möglicherweise ein Hinterhof oder ein Bereich, der für praktische Zwecke genutzt wird.
Foto: © mauritius images /Anton Hazewinkel /Alamy
Ein Mann in einem hellblauen Hemd steht vor einem großen, dunklen Fass und filtert eine goldgelbe Flüssigkeit durch ein weißes Tuch. Er scheint konzentriert bei der Arbeit zu sein. Der Raum wirkt rustikal und ist mit Rohren und Wänden in dunklen Farben ausgestattet.
Foto: © imago stock&people

Öl, mit dem zuvor gekocht wurde, kann legal einen ganz anderen Weg nehmen – und zu Bio-Dieselöl oder Kerosin werden. Rechts oben: eine der typischen chinesischen Straßenküchen

Ein Mann steht an einem mobilen Essensstand und bereitet gedämpfte Teigtaschen zu. Er trägt eine Schürze und einen blauen Mantel. Vor ihm befinden sich mehrere Bambuskorbe mit den Teigtaschen und ein Tisch mit roten Eimern. Im Hintergrund ist ein weiterer Teil des Standes zu sehen, der von Dampf verhüllt ist. Die Szene wirkt belebt und authentisch.
Foto: © mauritius images / Rawpixel Ltd /Alamy

eine der typischen chinesischen Straßenküchen

Nahaufnahme eines großen Kochtopfes mit sprudelnd heißer Flüssigkeit. Zwei Holzlöffel liegen im Topf, vermutlich zum Umrühren. Die Aufnahme vermittelt den Eindruck von Kochen und Zubereitung einer Mahlzeit.
Foto: © PantherMedia / Pawel Opaska

• Liu Shutongs Idee für eine grünere Zukunft ist eng mit seiner Biografie verknüpft. Für sein Studium des Umwelt- und Energiemanagements zog der heute 34-Jährige 2012 in die Niederlande, wo er ein Praktikum beim Bio-Kerosinhersteller SkyNRG machte. Dem Unternehmen, einem Joint Venture unter anderem von der niederländischen Fluggesellschaft KLM, ist es als einem der ersten gelungen, mit herkömmlichem Speiseöl Treibstoff für Flugzeuge herzustellen. Der Haken: Für den Kraftstoff wurde damals vor allem Palmöl verwendet, dessen Nutzung allein schon aufgrund der damit verbundenen Regenwaldrodungen höchst problematisch ist. Händeringend suchte die Firma in Amsterdam also nach umweltschonenderen Quellen.

„Ich musste sofort an das ganze Altspeiseöl denken, das wir hier in Asien haben“, erinnert sich Liu. Schon als Teenager hatte der Chinese von Lebensmittelskandalen gelesen, die mit wiederverwertetem Speiseöl zu tun hatten. Das Prinzip: Organisierte Banden sammeln altes, hochgiftiges Öl – von Restaurants, aus der Kanalisation und aus Müllcontainern. Dann filtrieren sie das verschmutzte, teils mit Fäkalien versetzte sogenannte Gossen-Öl, um es zum halben Preis des herkömmlichen Speiseöls zu verkaufen. Noch vor zehn Jahren schätzte die Nachrichtenagentur Xinhua, dass der Anteil von Altspeiseöl etwa zehn Prozent des landesweiten Konsums ausmache. Das profitable Geschäft verursachte ein derart schwerwiegendes Gesundheitsproblem, dass der Oberste Volksgerichtshof sogar die Todesstrafe gegen kriminelle Öl-Händler erlaubte.

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