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Kinderstadt

In Spielstädten lernen Kinder, wie Wirtschaft funktioniert. Ist das ein sinnvolles Bildungsprogramm oder Kapitalismus-Propaganda? Ein Ortstermin in Hamburg.



Ein junges, dunkelhäutiges Mädchen mit Zöpfen sitzt an einem Holztisch in einem hellen Raum, vermutlich einer Werkstatt oder einem Klassenzimmer. Sie trägt ein rot-weiß gestreiftes Hemd und eine weiße Mund-Nasen-Maske. Sie lächelt freundlich und hält etwas Blaues in der Hand. Auf dem Tisch befinden sich verschiedene Materialien und Werkzeuge. Im Hintergrund sind weitere Tische und Stühle zu sehen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 09/2021.

• Lucas, 8, ist immer noch schockiert. „Zuerst“, sagt er, „war ich im Sportpark fest angestellt. Aber da musste man nur ein bisschen turnen und spielen. Und dafür gab’s Geld! Geld fürs Spielen!! Hast du das schon mal gehört?“ Lucas war das ein wenig unheimlich.

Ein Plakat an einer Wand. Auf dem Plakat steht in großen roten Buchstaben "Werde REICH werde Setzer*in 1 Zaster pro Stunde EXTRA". Darüber und darunter sind kleinere Plakate mit dem Aufdruck "Gilt immer noch!" zu sehen. Unten steht in blau "IM MUSEUM 1. STOCK HINTEN". Das Plakat ist mit Klebeband an einer hellbraunen Wand befestigt. Rechts ist ein weiteres Blatt Papier mit einem einfachen Gesicht darauf zu erkennen.

Alltag im Mini-Kapitalismus: In der Fahrradwerkstatt wird das Geld gezählt, vor der Bank drängelt sich die Kundschaft, und der Druckwerkstatt fehlt’s an Arbeitskraft

Eine Gruppe von Kindern steht vor einem Gebäude mit dem Schild "BANK". Ein Mädchen in weißer Jacke und Mundschutz nimmt etwas von einem Mann im Hintergrund entgegen. Die Kinder schauen gespannt zu. Sie tragen bunte T-Shirts und Rucksäcke und scheinen aufgeregt zu sein.

Deshalb hat er im Sportpark gekündigt und arbeitet jetzt in einer seriösen Branche: beim täglichen Newsletter. Hier ist er neuerdings Redakteur und hantiert mit einem Tablet-Computer, auf dem er ein Interview aufgezeichnet hat. Leider weiß er nicht mehr, mit wem und um was es ging, und außerdem versteht man kaum, was da geredet wird. Ist aber egal: Lucas muss ziemlich viel lachen, wenn er seine Tonspur abhört, besonders ganz am Schluss, wenn man nur noch seltsame Knackgeräusche hört.

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