Kinderstadt

In Spielstädten lernen Kinder, wie Wirtschaft funktioniert. Ist das ein sinnvolles Bildungsprogramm oder Kapitalismus-Propaganda? Ein Ortstermin in Hamburg.





• Lucas, 8, ist immer noch schockiert. „Zuerst“, sagt er, „war ich im Sportpark fest angestellt. Aber da musste man nur ein bisschen turnen und spielen. Und dafür gab’s Geld! Geld fürs Spielen!! Hast du das schon mal gehört?“ Lucas war das ein wenig unheimlich.


Alltag im Mini-Kapitalismus: In der Fahrradwerkstatt wird das Geld gezählt, vor der Bank drängelt sich die Kundschaft, und der Druckwerkstatt fehlt’s an Arbeitskraft

Deshalb hat er im Sportpark gekündigt und arbeitet jetzt in einer seriösen Branche: beim täglichen Newsletter. Hier ist er neuerdings Redakteur und hantiert mit einem Tablet-Computer, auf dem er ein Interview aufgezeichnet hat. Leider weiß er nicht mehr, mit wem und um was es ging, und außerdem versteht man kaum, was da geredet wird. Ist aber egal: Lucas muss ziemlich viel lachen, wenn er seine Tonspur abhört, besonders ganz am Schluss, wenn man nur noch seltsame Knackgeräusche hört.

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