Paarbildung, Lästercliquen, Streiks, Morde: immer was los im Betrieb

Persönliche Beziehungen sind Schmierstoff für Unternehmen. Oder Sand in ihrem Getriebe. Der Organisationssoziologe Stefan Kühl erklärt, was bei Begegnungen geschieht.




brand eins: Herr Kühl, Sie haben vorgeschlagen, Universitäten nicht nur nach der Qualität von Forschung und Lehre zu bewerten, sondern auch danach, ob sie Räume der informellen Begegnung schaffen. Ist das wirklich die Aufgabe von Organisationen?

Stefan Kühl: Das kann zumindest ein Motiv sein, an einer bestimmen Hochschule zu studieren oder in einem Unternehmen zu bleiben. Schätzungsweise 40 Prozent aller Paare lernen sich am Arbeitsplatz kennen, in der Schule, während der Ausbildung, an der Universität oder in Vereinen. Auch ein Großteil der Freundschaften entstehen dort. Wenn Mitglieder die Organisation nutzen, um Freunde oder Partner zu finden, kann das bis zu einem gewissen Grad im Interesse der Organisation sein. Das gilt schon für lose Bekanntschaften: Man redet über Freizeitaktivitäten, und so entsteht ein Personenbezug, der als eine Art Schmierstoff in der Organisation funktioniert. In Unternehmen, Verwaltungen oder Krankenhäusern kann man beobachten, wie dieser Schmierstoff die Verständigung erleichtert.

 

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