Prototyp – Idee sucht Geld

Applasshandel

Jeder Einzelne kann etwas gegen die Erderwärmung tun. Eine neue App soll dabei helfen.





• Viele Menschen möchten sich für den Klimaschutz einsetzen, wissen aber nicht wie. Dabei gibt es zahlreiche Projekte, die den CO2-Ausstoß kompensieren. Allerdings finden beide Gruppen nicht ohne Weiteres zusammen. Das ist die Grundannahme der App „Klima“. „Wir haben ein Vermittlungsproblem“, sagt Markus Gilles, einer der drei Gründer des Social Start-ups Climate Labs, welches das Programm entwickelt hat.

Mit dessen Hilfe kann der Nutzer anhand einfacher Fragen zum Lebensstil den persönlichen CO2-Fußabdruck ermitteln. Im Anschluss werden Projekte vorgestellt, die diesen ausgleichen können. „Die Fragen sind nicht zu kompliziert, sonst verliert man die Leute schnell“, sagt Gilles. „Die Projekte sind alle zertifiziert und gehören zu den effizientesten Klimaschutzlösungen weltweit.“ Zum Beispiel Aufforstung von Regenwald, Sonnenenergie aus der Sahara oder bessere Kochstellen statt offene Lagerfeuer . „Nahezu jeder kann sich so einen CO2-Ausgleich leisten. Er entspricht etwa den Kosten eines Netflix-Abos.“

Die App hat bereits vor ihrer Veröffentlichung eine Reihe Investoren gefunden: Holtzbrinck Ventures ist ebenso dabei wie Eventures und die Business Angels Florian Leibert, Christian Reber und Jens Begemann. Denn die Gründer haben einen guten Ruf. Markus Gilles und Jonas Brandau hatten bereits großen Erfolg mit der Video-Diskussionsplattform Pinio und der Video-App Hyper, die von Apple zwei- mal zur App des Jahres gekürt wurde.

Ende 2019 gründeten sie Climate Labs, ihre vierte Firma. „Wir sind keine Wissenschaftler oder Ingenieure, aber wir wissen, wie eine gute User Experience aussehen muss, um Menschen für ein Thema zu gewinnen.“ Einfach und transparent soll es sein. Und der Nutzer soll Spaß am Klimaschutz haben, seine Erfolge direkt sehen können – wie bei einem Spiel.

Projekte zu unterstützen ist eine Seite, die eigenen Lebensgewohnheiten zu ändern die andere. „Nur wenn wir die Wirkung unseres Handelns sehen, können wir es auch ändern“, sagt Gilles. „Wir werfen unseren Müll ja auch nicht irgendwo hin.“ In Zukunft soll die Reduktion von Emissionen genauso selbstverständlich sein.

Die Corona-Krise sieht er dabei nicht als hinderlich, im Gegenteil: „Sie zeigt, dass jeder Einzelne Verantwortung übernehmen muss. Und dass wir wissenschaftlichen Studien mehr vertrauen sollten.“ Laut einer Untersuchung der Yale-Universität ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Klimaschutzes während der Corona-Pandemie sogar noch gestiegen.

Die Entwickler wollen nicht nur Gutes tun, sondern aus dem Klimaschutz auch ein Geschäft machen. Genaueres wird Gilles erst im August verraten. Dann soll die App veröffentlicht werden. Für den Nutzer wird sie kostenlos sein. ---

Von Climate Labs: Markus Gilles, Andreas Pursian, Jonas Brandau
Kontakt: hi@getklima.com

Beta-Version unter getklima.com