Prototyp – Idee sucht Geld

Wegen guter Führung

Zwei Studentinnen der Fachhochschule Münster haben eine Lösung für ein Alltagsproblem gefunden: Wie findet der Schlüssel auf möglichst einfache Weise ins Schloss?





• Es muss nicht immer am Alkohol liegen. Manchmal reicht eine schlechte Beleuchtung, und schon wird das Öffnen der Haustür zum Problem. Der Schlüssel findet einfach nicht den Weg ins Schloss. Das ist nervig – für ältere oder sehbehinderte Menschen ist es ein echtes Problem. Zwei Studentinnen für Produkt-Design an der Fachhochschule Münster haben für dessen Lösung eine Vorrichtung entwickelt. Way heißt sie.

Das Produkt besteht aus einem klassischen Türschloss und einem damit verbundenen V-förmigen Vorsatz. Nach oben hin offen, nach unten spitz zulaufend, führt er den Schlüssel passgenau vor das Schlüsselloch.

V-förmige Prägungen gab es bereits im Mittelalter an gotischen Türschlössern. Damals dienten sie der Verzierung. Way ist dagegen schlicht und praktisch.

Michelle Ruhmke und Jule Hamm haben die Garnitur im Design-Kurs an ihrer Fachhochschule entworfen. Es ging darum, Lösungen für Alltagsprobleme zu finden. „Dinge, die für jedermann brauchbar sind“, sagt Steffen Schulz, der die beiden als Professor anleitete. „Die Studenten sollten problemorientiert arbeiten. Nicht so sehr Produkte entwerfen, sondern Situationen überarbeiten.“

Die Umsetzung war schwieriger als gedacht. Ist der Schlüssel erst im Schloss und wird gedreht, muss sich die V-förmige Vorrichtung mitdrehen – an diesem Mechanismus tüftelten Ruhmke und Hamm mehrere Wochen.

Als der Entwurf fertig war, reichte Schulz ihn zusammen mit zwei anderen Entwürfen beim Universal Design Wettbewerb in München ein – und dort belegte er den ersten Platz. Die Resonanz aus der Fach- und Besucher-Jury war so positiv, dass die beiden 22-jährigen Studentinnen nun prüfen wollen, ob sie ihren Mechanismus als Patent anmelden können.

„Das Transfer-Center der FH hilft bei rechtlichen Fragen und stellt Kontakte zur Industrie her“, sagt Schulz. „Wichtig ist aber die Eigeninitiative der Studenten. Ohne die geht es nicht.“

Ruhmke und Hamm können sich gut vorstellen, ihre Idee zu vermarkten. „Wir verstehen uns auch privat gut“, sagt Ruhmke. Im Sommer wollen sie ihren Bachelor abschließen. „Und dann suchen wir einen Investor oder einen großen Partner, der Way als Lizenzprodukt vermarkten möchte. Wir sind da für alles offen.“ ---

Michelle Ruhmke und Jule Hamm
Fachhochschule Münster
Münster School of Design

Kontakt: michelle.ruhmke@fh-muenster.de