Was kostet es eigentlich, wenn …





170 Millionen Euro pro Monat

hat es die deutschen Flughäfen insgesamt gekostet, nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie betriebsbereit zu bleiben – obwohl wegen der Reisebeschränkungen im März und April kaum jemand fliegen wollte und durfte. Der Passagierverkehr ging in dieser Zeit um 98 Prozent zurück, die Umsatzeinbußen aller Flughäfen zusammen summierten sich auf 500 Millionen Euro monatlich. Viele Unternehmen hätten angesichts dieser Zahlen am liebsten den Betrieb komplett eingestellt. Durften sie aber nicht, denn Verkehrsflughäfen haben eine Betriebspflicht: Für den Frachtverkehr und für Rückkehrer aus Corona-Krisengebieten mussten sie offen bleiben. Kaum Umsatz und weiterhin hohe Kosten – das kam teuer. Allein der größte deutsche Flughafen in Frankfurt am Main meldete pro Monat unterm Strich einen Verlust von 110 Millionen Euro. Und die Betreiberfirma des Berliner Flughafens Tegel rechnete vor, dass man pro Monat sieben Millionen Euro – täglich 200.000 Euro – gespart hätte, wenn man den Flughafen während der Reisebeschränkungen geschlossen und die wenigen verbliebenen Passagiere auf die anderen Berliner Flughäfen umgeleitet hätte.

Rund 9,8 Milliarden Euro

hat es die US-amerikanische Wirtschaft gekostet, als zum Jahreswechsel von 2018 auf 2019 Amtsträger und andere Behördenmitarbeiter mehrere Wochen lang zu Hause bleiben mussten. Weil sich Senat, Repräsentantenhaus und Präsident Donald Trump nicht rechtzeitig über die Verteilung der Haushaltsmittel einigen konnten, wurde der Verwaltungsapparat lahmgelegt. Die Folge: Mitarbeiter erhielten ihre Gehälter – wenn überhaupt – verspätet, und Behörden verschoben oder stornierten geplante Käufe und Dienstleistungen. Das schadete der gesamten Wirtschaft. Manche Unternehmen gingen sogar pleite, während sie auf staatliche Gelder warteten.

Die nicht ausgezahlten Löhne musste die Regierung später nachzahlen. Der Staat sparte also durch die Zwangspause kaum, nahm aber gleichzeitig weniger ein, weil etwa die Steuerbehörden nicht arbeiten konnten oder weil Eintrittsgelder aus Nationalparks und anderen öffentlichen Einrichtungen fehlten.

Rund drei Viertel der 9,8 Milliarden wurden nach dem Shutdown wieder reingeholt. Unterm Strich bleibt laut dem Congressional Budget Office ein langfristiger Verlust von rund 2,7 Milliarden Euro.

Rund 2724 Euro

kostet es Unternehmen pro rauchenden Mitarbeiter im Jahr, wenn dieser täglich außerhalb der regulären Pausen zwei Zigarettenpausen einlegt. Das haben Forscher der Ohio State University berechnet. Sie gehen davon aus, dass für jede Zigarette mindestens 15 Minuten Arbeitszeit wegfallen. Wer nun die rauchenden Kollegen und Kolleginnen ausschimpfen möchte, sollte allerdings wissen: Laut Arbeitsforschern können regelmäßige kurze Pausen sogar die Produktivität steigern. In Laborexperimenten betrug deren günstigste Gesamtdauer fünf bis zehn Prozent der Arbeitszeit. Die Erholung ist dabei jeweils zu Beginn der Pause am höchsten. Studien zeigen, dass regelmäßige Kurzpausen von rund 15 Minuten Länge keinerlei Produktivitätsverlust über den gesamten Arbeitstag hinweg verursachen. Der Gesundheit zuträglich sind die Pausen natürlich nur, wenn auf die Zigarette verzichtet wird.

20.000 bis 120.000 Euro

kostet es, dieses wieder auf Betriebstemperatur zu bringen. Für das Vorwärmen der Anlage benötigen die Betreiber viel Brennstoff, außerdem müssen sie zusätzliche CO2-Zertifikate kaufen. Trotz der hohen Kosten kommt das Hoch- und Runterfahren häufiger vor. Denn Betreiber konventioneller Kraftwerke prüfen permanent, ob ihre Anlagen gerade profitabel Strom produzieren. An der Strombörse kommen der Reihe nach diejenigen Anbieter zum Zuge, die die niedrigsten Grenzkosten (Kosten, die anfallen, wenn die Produktion um eine Einheit erhöht wird) haben – so lange, bis die aktuelle Nachfrage gedeckt ist. Sind die Grenzkosten des Kraftwerks zu hoch, findet es keine Abnehmer für seinen Strom. Bei Kohlekraftwerken sind diese variablen Kosten niedrig. Sie mussten daher früher so gut wie nie pausieren und sind auch nicht dafür konstruiert, häufig hoch- und runterzufahren.

Seitdem Ökostrom bei der Einspeisung in das deutsche Netz Vorrang hat, werden konventionelle Kraftwerke aber nur noch für den Teil der Stromnachfrage benötigt, der nicht durch erneuerbare Energien abgedeckt wird. Dieser Anteil schwankt stark. Selbst große Kraftwerke müssen daher nun öfter mal eine Zwangspause einlegen.

0,12 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung

würde es uns kosten, wenn wir uns in Deutschland einen zusätzlichen Feiertag gönnten. Das zeigt eine Analyse des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo. Allerdings hängen die tatsächlichen Kosten auch davon ab, wann wir die Pause einlegen und wie viele Tage im Jahr nicht gearbeitet wird. Ein zusätzlicher freier Tag im Sommer wäre für das Baugewerbe besonders teuer, für Energieunternehmen jedoch kein großes Problem, da sie im Sommer sowieso weniger zu tun haben. Einzelhändler sind meist keine Fans von verkaufsfreien Tagen – außer ihnen folgen Brückentage, an denen viele Leute shoppen gehen. Legte man jetzt, mitten in der Krise, einen zusätzlichen Feiertag ein, wären die Folgekosten wohl besonders niedrig: Wenn sowieso weniger gearbeitet und verkauft wird, ändert auch ein freier Tag nicht viel. Am meisten profitieren Gastronomen und Tourismusfirmen, wenn die Menschen nicht arbeiten – jedenfalls dann, wenn der freie Tag in der Haupt-Feriensaison liegt. Wäre der Zeitkorridor, über den die Bundesländer ihre Sommerferien verteilen, um nur einen Tag länger, nähme das Gastgewerbe 120 Millionen Euro zusätzlich ein, rechnet der Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft vor.

43 bis 68 Prozent

ihres potenziellen Gesamtgehalts kostet es Frauen über das Erwerbsleben hinweg, wenn sie Kinder bekommen und deshalb im Job pausieren. Mütter mit einem Kind verdienen im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 43 Prozent weniger als Frauen ohne Kinder. Haben sie drei oder mehr Kinder, sind es sogar 68 Prozent weniger. Diese Einbußen als Folge der Babypause berechnete jüngst die Bertelsmann Stiftung. Und Väter? Verdienen insgesamt sogar 20 Prozent mehr als kinderlose Männer. Sie nehmen allerdings im Schnitt auch viel seltener Elternzeit.

56 Milliarden US-Dollar

Börsenwert verlor Facebook Ende Juni dieses Jahres innerhalb eines Tages, nachdem sich Großkonzerne wie Unilever, Coca-Cola und Honda der Kampagne #StopHateForProfit angeschlossen hatten. Die Konzerne verkündeten, mehrere Wochen lang keine bezahlten Anzeigen bei Facebook – und teilweise auch bei anderen Plattformen wie Twitter – zu schalten. Die Initiatoren der Kampagne verlangen von Facebook, mit klaren Werbe- und Moderationsregeln gegen „hasserfüllte“ Inhalte und Falschinformationen vorzugehen. Insgesamt nimmt Facebook rund 70 Milliarden US-Dollar pro Jahr durch Werbung ein. ---