Uber-Fahrer aller Länder, vereinigt euch!

In der digitalen Wirtschaft entsteht eine neue Art von Gewerkschaften. Ihre Anhänger organisieren sich über Plattformen und vertreten Softwareentwickler und Click-Worker. Drei junge Arbeiterführer aus England, Deutschland und Dänemark erzählen, was sie antreibt.




• Einen Betriebsrat gründen? Das sei gegen „fast alle Werte, an die wir hier bei N26 glauben“, schrieb das Management des Berliner Fintech-Start-ups (siehe auch brand eins 04/2019: „Eine Bank, die cool sein will“) * seinen Mitarbeitern in einem Brief, als die begannen, eine offizielle Arbeitnehmervertretung zu organisieren. Mitbestimmung sei nicht zeitgemäß, würde den Betrieb verlangsamen, das Unternehmen komplexer und hierarchischer machen und eine Kultur des Vertrauens untergraben.

In vielen jungen Tech-Unternehmen sieht man das ähnlich. Ein Blick ins Silicon Valley zeigt: Gewerkschaften sind dort nicht angesagt. Ob bei Alphabet, Facebook, Amazon, Microsoft oder Apple – organisierte Mitbestimmung sucht man hier vergeblich. Man kann das angemessen finden. Schließlich hat sich die Arbeitswelt verändert, und wenn jemand davon profitiert, dann doch die Angestellten von Tech-Start-ups und -Konzernen. Die Arbeitgeber müssen sich anstrengen, ihre anspruchsvollen Mitarbeiter zu halten, die meist sehr gut ausgebildet sind. Warum sollte es also noch kollektive Verhandlungen darüber geben, was ihre Arbeitsleistung wert und unter welchen Bedingungen sie zu erbringen ist?

Lange galt das als unnötig, doch diese Einstellung ändert sich bei vielen Tech-Workern gerade. In der Computerspiel-industrie beispielsweise: Die in Kalifornien gegründete Grassroots-Bewegung Game Workers Unite bringt derzeit angestellte und freie Spieleentwickler und -designer zusammen – zwar nicht auf die Straße, aber zu öffentlichkeitswirksamen Kampagnen in den sozialen Medien und zu ganz realen Streiks in Unternehmen in den USA und Europa.

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