Was wäre, wenn …

Ein Szenario.





• Bis zum 1. Juli 2011 existierten in Deutschland Wehrpflicht und Zivildienst. Seit deren Abschaffung gibt es nur noch freiwillige Dienste, für junge Frauen und Männer: das Freiwillige Soziale oder das Freiwillige Ökologische Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst etwa – liebevoll abgekürzt „Bufdi“. Doch was wäre, wenn es wieder eine Dienstpflicht für alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger gäbe? Ein soziales Pflichtjahr oder Gesellschaftsjahr, wie es die CDU zuletzt ins Spiel brachte?

Vermutlich wäre eine Grundgesetzänderung erforderlich, denn Artikel 12 garantiert die freie Berufswahl und verbietet jede Form der Zwangsarbeit. Auch die Europäische Menschenrechtskonvention untersagt in Artikel 4 eine Arbeitspflicht. Ausnahmen sind allein der Wehr- beziehungsweise Ersatzdienst, Notfälle wie Naturkatastrophen oder Arbeit im Strafvollzug. Mehrere Einschätzungen, darunter eine des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages, kamen zu dem Ergebnis, dass ein gesellschaftliches Pflichtjahr juristisch nicht zulässig wäre. „Eine Lösung könnte eventuell darin bestehen, im Rahmen der Schulpflicht ein praktisches Jahr einzuführen, das, anders als die heutigen Kurzzeitpraktika, intensiv pädagogisch begleitet wird“, sagt Hartmut Brombach, Abteilungsleiter für Freiwilligendienste und bürgerschaftliches Engagement beim Internationalen Bund, einem freien Träger für Jugendarbeit.

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