Einfach mal die Klappe halten

Schweigen kann mehr sagen als viele Worte. Erst recht in einer Plauderbranche: dem Kulturbetrieb.





• Viel zu viele Schriftsteller, Musiker, Schauspieler, Künstler reden viel zu viel. Vor allem die, die nichts zu sagen haben, außer dass sie großartig sind. Wenige eigenwillige Künstler schweigen lieber, darunter einige der einflussreichsten Autoren und Musiker. Sie beantworten Bitten um Interviews und Fototermine mit höflichen Absagen. Oder gar nicht. Das sorgt für Aura und Geheimnis oder zumindest für ein ungestörtes Leben. Aber die offensive Kommunikationsverweigerung ist natürlich auch ein Akt der Kommunikation. Und eine hervorragende Marketingstrategie.

Das Phantom: Thomas Pynchon

Thomas Pynchons „einziger öffentlicher Auftritt fand 1953 an der Oyster Bay High School in Long Island statt“, teilt sein deutscher Verlag Rowohlt lakonisch mit. Da war er 16. Aus dieser Zeit stammt auch das einzige bekannte Foto Pynchons, der zu den einflussreichsten amerikanischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts zählt. „Er studierte Physik und Englisch, später schrieb er für Boeing technische Handbücher und verschwand. Seitden sind seine Bücher die einzigen öffentlichen Spuren seiner Existenz“, fasst der Verlag die Biografie knapp zusammen.

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