Greenwashing großer Erdölkonzerne

Mit Imagekampagnen in den sozialen Medien präsentieren sich Erdölkonzerne als zukunftsgewandte Unternehmen im Dienste des Klimaschutzes – während sie weiterwirtschaften wie zuvor. Das ist riskant.





• Die Neujahrsbotschaft des weltgrößten Mineralölkonzerns an seine Kunden in Australien ging gründlich daneben: „Bleibt sicher und habt viel Spaß im neuen Jahr!“, wünschte Exxon Mobil Australia mit Sitz in Victoria via Twitter – während verheerende Waldbrände an der Südküste des Landes wüteten.

Der bemüht fröhlich-optimistische Tonfall des Tweets verärgerte nicht nur die von den Bränden betroffenen Menschen. Weit über die Grenzen Australiens hinaus werteten auch Politiker und Nichtregierungsorganisationen den Tweet als kommunikativen Fehltritt – und als einen weiteren Beleg dafür, dass der Ölkonzern seine Verantwortung für derartige Naturkatastrophen nicht ernst genug nimmt. „Fossile Energieunternehmen wie Exxon Mobil haben die Klimakrise hervorgerufen und Waldbrände verschlimmert“, antwortete etwa der prominente US-Politiker Bernie Sanders in scharfem Ton auf den Exxon-Mobil-Tweet. Niemand in Australien könne daher noch „sicher sein und Spaß haben“. Sanders kündigte an: „Wenn wir einen grünen New Deal verabschieden, werden wir die verantwortlichen Manager für die verursachte Zerstörung zur Rechenschaft ziehen.“

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