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Minimax Viking

Minimax Viking hat sich bei seinen Industriekunden in mehr als 110 Jahren einen Ruf erarbeitet. Dass die meisten Menschen die Marke nicht kennen, stört die Brandschutzexperten nicht.





• Die Firma Minimax Viking mit Hauptsitz in Bad Oldesloe unweit von Lübeck ist hochseriös, hat aber auch Sinn für Entertainment. Im Brandhaus – wo zu Forschungszwecken alles Mögliche abgefackelt und dann gelöscht wird – ist Platz für rund 100 Zuschauer, die sich das Spektakel hinter Sicherheitsglas anschauen können wie im Kino. Gerade wurde eine neue Schaumlöschanlage getestet.

Die Firma sorgt seit je dafür, dass bei den Kunden nichts anbrennt. Ihre Geschichte fing mit Feuerlöschern an, die heute nur noch sehr wenig zum Umsatz beitragen. Das Geschäft besteht mittlerweile hauptsächlich darin, Brandschutzanlagen zu bauen und zu warten. Die Technik von Minimax Viking steckt in Autofabriken, Kraftwerken, in Renommierobjekten wie der Hamburger Elbphilharmonie oder der Megajacht „Octopus“ (jedoch nicht im Berliner Problem-Flughafen BER).

Volker Bechtloff, 56, für das opera- tive Geschäft in Europa verantwortlich, plaudert gern darüber. Die Kernaufgabe beschreibt er so: Ob Produktionsbetrieb oder Rechenzentrum – „die müssen, komme, was da wolle, weiterlaufen“.

Der Kaufmann Bechtloff kam im Jahr 2004 wie zuvor bereits der Vorstandsvorsitzende Klaus Hofmann vom Aufzughersteller Schindler nach Bad Oldesloe. Hofmann gehört zu den wenigen Topmanagern, die vier verschiedene Finanzinvestoren überlebt haben – durch so viele Hände ging das Unternehmen mittlerweile. Ihm und Bechtloff gelang es, das Geschäft trotz renditehungriger Gesellschafter weltweit auszuweiten und die Marke bei den Industriekunden zum Strahlen zu bringen. Davon zeugen zahlreiche Auszeichnungen.

Die Ingenieure von Minimax Viking denken sich immer neue Lösungen für ihre Kunden aus – und achten darauf, dass die Kernkompetenz im Hause bleibt. So werden etwa die Stahlrohre für Brandschutzanlagen selbst vorgefertigt und gegen Korrosion geschützt. Weil die Kapazitäten in Bald Oldesloe ausgeschöpft sind, wird in Wittenberge an der Elbe gerade ein neues Werk errichtet.

Volker Bechtloff erzählt, dass es auch Überlegungen gab, das Geschäft etwa durch Videoüberwachung zu erweitern, was man aber verworfen habe: „Wir machen weiterhin das, was wir können und wofür wir bekannt sind: Brandschutz.“ ---

Der Berliner Unternehmer Wilhelm Graaff lässt im Jahr 1902 einen „chemischen Brandlöscher mit Griffhenkel an dem tragbaren Behälter“ patentieren, der von Laien bedient werden kann. Aktiviert wird der Feuerlöscher durch Stoßen auf den Fußboden. So zerbricht ein mit Salzsäure gefüllter Glaszylinder im Inneren, beim Kontakt mit der Löschflüssigkeit entsteht Kohlendioxid – und Überdruck, der die Löschflüssigkeit hinausschleudert. Beworben wird die Neuheit so: „Ein Schrei, es brennt! Ein Stoß, ein Knacks, zwölf Meter weit spritzt Minimax.“ Die Firma wird bereits 1906 Weltmarktführer. Nach 1945 beginnt man in Westdeutschland neu. 1969 übernimmt Preussag die Firma und fusioniert sie mit der Selbsttätigen Feuerlöschanlagen Gesellschaft. 2001 engagiert der Konzern Klaus Hofmann als Minimax-Chef – der zudem Anteile an der Firma erhält – und verkauft sie an Finanzinvestoren. Als klug erweist sich die Übernahme des US-Unternehmens Viking, einem führenden Hersteller von Komponenten für Brandschutzanlagen, im Jahr 2009 mitten in der Finanzkrise. Seitdem hat Hofmann den Investoren schöne Gewinne beschert und auch selbst gut verdient. Der derzeitige Hauptgesellschafter ist die Intermediate Capital Group, die mehr als 90 Prozent der Anteile hält.

Minimax Viking Gruppe

Umsatz 2017: rund 1,6 Mrd. Euro; Zahl der Mitarbeiter: 8200; Gewinn: etwa 107 Mio. Euro