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Was Menschen bewegt

Der Unermüdliche

Einfach nur Glück gehabt? Damit will sich Clemens Mulokozi nicht zufriedengeben. Als er erkennt, dass er sich in Deutschland viel besser entfalten konnte als seine Cousins in Afrika, bietet er dem Zufall Paroli.





• Montagmorgen, kurz nach sieben. Clemens Mulokozi, ein 53 Jahre alter, mindestens zehn Jahre jünger aussehender, drahtiger Mann, sitzt in perfekt gebügeltem Hemd am Frühstückstisch seiner Wohnung in München-Trudering und ärgert sich noch immer. Am Vortag hat er sein Ziel verfehlt. Er wollte beim Marathon unter der Marke von 3 Stunden 30 bleiben. Am Ende war er 17 Minuten zu langsam. „Das fuchst mich wahnsinnig.“

Er ist ein Mensch, zu dem man schnell Vertrauen fasst, er wirkt sanftmütig und offenherzig. „Von Farbigen erwartet man immer, dass sie schnell laufen können und geschickt im Umgang mit Bällen sind“, sagt er mit leicht bayerischem Akzent, „aber auf mich trifft das leider überhaupt nicht zu.“ Von allein wäre er nie auf die Idee gekommen, Marathon zu laufen. Eines Tages aber habe ihn sein Ex-Chef darauf gebracht, und heute könne er nicht mehr ohne diese Herausforderung, deren Reiz er so beschreibt: bis ans Limit zu gehen, sich zu quälen, um am Ende belohnt zu werden mit dem unbeschreiblich befriedigenden Gefühl, es geschafft zu haben – aus eigener Kraft. Im Grunde ist das sein Leben in einem Satz.

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