Leichte Sprache

Dann wird aus der Belohnung eine Strafe.

Die Leichte Sprache nimmt den Inhalt ernst, aber nicht schwer. Das kann erhellend sein. Hier die Übersetzung einiger Passagen aus einem Aufsatz der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG über die Euro-Zinspolitik vom 21. März 2019.




Treasurer schlagen sich nunmehr seit 4 Jahren mit Negativ- zinsen im Euroraum herum und vor allem die kurzfristige Liquidität ist auf dem Geldmarkt kaum zinstragend anzulegen. (…) Jüngst wurde die Hoffnung für eine Zinswende in 2019 seitens der EZB wieder zerstreut und auf frühestens 2020 datiert. (…) Die Zeichen deuten also eher auf eine Verschärfung der Zins-situation hin als auf eine baldige Rückkehr in eine normale Zinswelt. (…)

In einer großen Firma gibt es verschiedene Berufe.
Manche Leute kümmern sich um das Geld von der Firma.
Diese Leute haben seit 4 Jahren ein Problem.
Das Problem sind die Zinsen.
Zinsen sind eine Belohnung von der Bank.
Man kriegt die Belohnung wenn man der Bank Geld leiht.
Früher waren die Zinsen hoch. Heute sind sie niedrig.
Die Profis glauben: Das wird nicht so schnell besser werden.

Seit 2014 verharrt die Zinsstruktur nun auf null bzw. ist negativ. Der ursprüngliche Grund für die Zinssenkung durch die EZB war es, die Konjunktur und Kreditvergabe anzukurbeln. (…) Treasurer können sich wohl darauf einstellen, dass das Zinsniveau in der Eurozone vorerst nicht angehoben wird. Vielmehr gilt es die Auswirkungen von Negativzinsen und EZB-Politik mit Blick auf das eigene Geschäftsmodell zu analysieren und zu managen. (…)

Seit dem Jahr 2014 gibt es gar keine Zinsen mehr.
Und manchmal sind die Zinsen sogar umgedreht.
Dann kriegt man keine Belohnung fürs Verleihen von Geld.
Dann muss man fürs Verleihen von Geld sogar bezahlen.
Dann wird aus der Belohnung eine Strafe.
Das wird wahrscheinlich eine Weile so bleiben.
Es gibt keine Belohnung mehr von den Banken.
Die Firmen müssen sich daran gewöhnen.

Sofern die Möglichkeiten aus operativer Geschäftssicht ausgereizt sind, mögliche Liquiditätsüberhänge zu reduzieren (zum Beispiel durch frühzeitige Begleichung von Lieferantenverbindlichkeiten), ist insbesondere die Negativverzinsung bei Veranlagung auf kurz- bis mittelfristiger Sicht zu vermeiden oder zumindest einzudämmen. (…)

Was können die Firmen dann machen?
Am besten sollen sie kein Geld mehr übrig haben.
Wie macht man das?
Zum Beispiel: Man bezahlt seine Rechnungen früher.
Die Firmen sollen der Bank kein Geld mehr leihen.
Dann müssen sie dafür keine Strafe zahlen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Situation am Zinsmarkt weiterhin ungewiss bleibt und ein wesentlicher Faktor für die Richtung, in welche das Zinspendel ausschlägt, die Entwicklung der europäischen und weltkonjunkturellen Lage darstellt. Wie aus der Erfahrung der wirtschaftlichen Vergangenheit und dem Konjunkturzyklusmodell bekannt, wird es zweifelsohne früher oder später zu einer Rezession kommen. (…)

Wie wird es weitergehen?
Das wissen wir nicht.
Wer bestimmt wie es weitergeht?
Das bestimmt vor allem die Wirtschaft.
In Europa und in der Welt.
Was wissen wir sicher?
Irgendwann geht es der Wirtschaft schlechter als zuvor.
Das war immer so.