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Ein Mann in einem dunklen Anzug steht vor einer modernen Fassade aus spiegelnden, orangefarbenen Elementen. Er blickt nachdenklich nach unten, eine Hand in der Hosentasche, die andere hält eine Aktentasche. Die Spiegelungen erzeugen einen abstrakten, dynamischen Effekt und lassen ihn fast verschmelzen mit der Umgebung. Er wirkt selbstbewusst und konzentriert.
André T. Nemat

„Müssen wir den hippokratischen Eid für Programmierer einführen?“

Die Digitalisierung verspricht mehr Qualität, auch im Gesundheitswesen. Aber was handeln wir uns damit ein? Mit dieser Frage beschäftigt sich André T. Nemat, Chirurg und seit einem Jahr Geschäftsführer des Institute for Digital Transformation in Healthcare.


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 11/2019.

André T. Nemat, 54,

studierte erst Ingenieurwissenschaften, dann Medizin. Die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen medizinisch-technischer Innovationen begleitete ihn auch in seinen 15 Jahren als Chefarzt für Thoraxchirurgie. Als Gründer des Institute for Digital Transformation in Healthcare, einem Spin-off der Universität Witten/Herdecke, interessieren ihn vor allem die ethischen Folgen des digitalen medizischen Fortschritts.

 

Ein Mann mittleren Alters mit grau meliertem Bart und dunklem Haar steht selbstbewusst vor einer Fassade aus spiegelnden, orange-farbenen Metallplatten. Er trägt einen dunklen Anzug und Rollkragenpullover und hat die Hände in den Hosentaschen. Sein Blick ist nach rechts gerichtet. Die Fassade reflektiert sein Bild fragmentiert und verzerrt, wodurch ein interessantes Licht- und Schattenspiel entsteht.

brand eins: Herr Nemat, Sie haben eine Auszeit von der Position als Chefarzt in der Thoraxchirurgie genommen und ein Institut gegründet, das sich mit digitaler Transformation befasst. Warum?

Nemat: Aus dem Drang heraus, die Zukunft der Medizin mitgestalten zu wollen. Und weil mir zunehmend klar wird, dass in Zukunft Daten wichtiger sein werden als das Skalpell. Ärzte sind verantwortlich für die sogenannte letzte Meile, also den direkten Kontakt zum Patienten. Für ihn tragen wir die volle Verantwortung – obwohl wir keine Kontrolle über die Daten haben und das, was daraus folgt.

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