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Simón Espinal

Ein amerikanischer Werber hat aus einer simplen Kopfbedeckung ein Luxus-Accessoire gemacht. Star seines Geschäfts ist der Hutmacher Simón Espinal aus einem Dorf in Ecuador – ein Meister seines Fachs.




• Wie üblich steht Simón Espinal um sechs Uhr auf, zieht eine Sporthose und das rote Trikot seines Vereins Club Deportivo Pile an, geht die Treppe hinunter, durchquert das Wohnzimmer mit der abgewetzten Polstergarnitur und dem Flatscreen-Fernseher und betritt seine Werkstatt. Der Raum misst höchstens 15 Quadratmeter, der Fußboden ist aus Beton, an der Rückwand steht ein alter Kleiderschrank, daneben eine Polsterbank. Espinal zieht einen Hocker heran und stellt ihn ins Licht der aufgehenden Sonne. Dann entfernt er das schützende weiße Tuch und betrachtet den Gegenstand auf dem Hocker.

Es ist ein Zylinder aus geflochtenem Stroh, der auf einem Holzblock steckt. Helle Fasern ragen über den Rand des Hockers hinaus wie ein Strahlenkranz. Espinal stapelt zwei weitere Holzböcke auf den Strohzylinder, platziert darüber ein Kissen und legt seine Brust darauf. Dann beginnt er mit ruhigen, sicheren Bewegungen das Stroh zu flechten. Dreieinhalb Stunden später hört er auf. Dann ist es hier am Äquator zu heiß und zu trocken. Das Stroh verliert seine Geschmeidigkeit und könnte brechen.

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