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Statussymbole

Mein Haus, mein Auto, mein Boot – das war gestern. Was aber heute zählt: wenn materieller Besitz an Bedeutung verliert.





Vater sein

Im Dezember 2015 stellte Mark Zuckerberg ein Foto auf Facebook, das ihn dabei zeigt, wie er seine Tochter wickelt. Die mehr als zwei Millionen Likes, die er dafür erhielt, sind selbst für den Facebook-Gründer eine beachtliche Zahl.

Frei haben

Der Xing-Chef Thomas Vollmoeller machte 2016 drei Monate lang ein Sabbatical und wurde dafür bejubelt. In einem Blog-Beitrag schrieb er, man müsse „als Vorstand und Geschäftsführer mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass Dinge okay sind. Dass es okay ist, ein Privatleben zu haben. Dass es okay ist, Dinge infrage zu stellen, Spaß zu haben bei der Arbeit. Und sich ab und zu eine Auszeit zu wünschen.“

Lastenrad fahren

Wer seine Einkäufe mit einem solchen Gefährt nach Hause befördert, zeigt demonstrativ: Ich verzichte auf das Auto. Die Verkaufszahlen der Cargobikes steigen seit Jahren, besonders beliebt sind Räder mit elektrischem Antrieb – im vergangenen Jahr wurden von ihnen mehr verkauft als Elektroautos zugelassen.

Festivalbändchen tragen

Sie sind ein Accessoire der besonderen Art. Demonstrativ am Handgelenk getragen, zeigen sie, dass man musikbegeistert ist, sich nicht von Dixi-Klos abschrecken lässt und vor allem: wie aufregend das eigene Leben ist. Inzwischen sind die Bändchen so weit verbreitet, dass sich sogar Wissenschaftler für sie interessieren. Eine Forscherin der University of Surrey untersuchte zwei Festivalbändchen auf Keime – und fand rund 9000 Mikrokokken und 2000 Staphylokokken.

Die Luxus-Trinkflasche

Dass Einwegflaschen aus Plastik schlecht für die Umwelt sind, ist bei den meisten angekommen. Wie der Verzicht darauf schick wird, kann man an der Trend-Marke S’well beobachten: Für das Standardflaschen-Modell bezahlt man rund 45 Euro. Dafür ist zwischen Holz- und Kupferoptik für jeden Geschmack etwas dabei.

Der Schrebergarten

Die selbst geerntete Tomate gibt einem nicht nur ein gutes Gefühl (saisonal, regional, bio), sondern gilt auch als Beweis einer sinnstiftenden Tätigkeit. Sein Spießer-Image hat der Schrebergarten abgelegt: In Köln müssen Interessenten auf einen Garten im Innenstadtbereich mittlerweile bis zu zehn Jahre warten.

Die Mitgliedschaft im Fitness-Studio

Ob Crossfit-Studio oder Rücken-Zentrum – Sport ist angesagt. In Deutschland hat sich die Zahl der Mitglieder in Fitness-Studios seit 2003 fast verdreifacht, auf Instagram verdienen sich Influencer mit Bildern ihrer gestählten Körper den Lebensunterhalt. Wer beim Sport an seine Grenzen geht, so die weitverbreitete Annahme, hat sein Leben auch sonst im Griff.

Ferien daheim verbringen

In Zeiten, in denen das Fliegen kritischer gesehen wird, erscheint „Urlaub auf Balkonien“ plötzlich in ganz neuem Licht. Was früher eher bemitleidet wurde, nennt sich heute Staycation. Unter dem zugehörigen Hashtag finden sich auf Instagram fast drei Millionen Bilder. Ein beliebtes Motiv ist das Selbstporträt im heimischen Bett – mit Buch oder Zeitung in den Händen.

Die richtige Ernährung

Paläo, Clean Eating, Low Carb – all diese Konzepte versprechen ein gesünderes, leichteres (wortwörtlich) und zufriedeneres Leben, frei nach der Devise: „Du bist, was du isst“. Kein Wunder also, dass ein Ratgeber namens „Der Ernährungskompass“ seit mehr als einem Jahr auf den obersten Plätzen der Sachbuch-Bestsellerliste zu finden ist.

Manche prominente Persönlichkeit schwört auf eine besondere Ernährung, so wie diese Stars:

– Megan Fox berichtet in Interviews davon, dass ihr die Steinzeit-Ernährung Paläo (viel Fleisch und Fisch, kein Getreide) beim Abnehmen geholfen habe.

– Nicole Kidman glaubt an die Balance. Bei 80 Prozent des Essens achte sie auf gesunde Inhaltsstoffe, bei den restlichen 20 Prozent nicht.

– Gwyneth Paltrow ernährt sich clean und verzichtet unter anderem auf Alkohol, Kaffee, Milchprodukte, Gluten, Erdnüsse, Zucker, rotes Fleisch, Soja, Kartoffeln, Tomaten, Auberginen und Paprika.

Zeit statt Geld

Während man früher gut damit angeben konnte, als Letzter das Licht im Büro auszumachen, wird heute derjenige bewundert, der sich um 16 Uhr mit einem „Ich bin heute früher weg“ verabschiedet. Laut einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz würde jeder zweite Beschäftigte in Deutschland gern weniger arbeiten.

Tue Gutes und rede darüber

Deutsche Profi-Fußballspieler, die ihren Zenith überschritten haben, nutzen ihren Namen gern auch für philanthropische Zwecke:

– Philipp Lahm Stiftung – Sport- und Bildungsprojekte für Kinder in Südafrika und Deutschland

– Oliver Kahn Stiftung – Fußball-Bildungszentren in Südafrika und Deutschland

– Lukas Podolski Stiftung – Sport- und Bildungsprojekte für Kinder

– Franz Beckenbauer Stiftung – Hilfe für Menschen mit Behinderung

– Manuel Neuer Kids Foundation – Initiativen für Kinder im Ruhrgebiet

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