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Wie man gordische Knoten löst

Um ein komplexes Problem zu überwinden, braucht es: Menschen, die sich dieser Sache verschreiben, den Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen, Geduld sowie die Bereitschaft, auf Gegner zuzugehen. Ein Blick in die Geschichte zeigt zudem, dass einmal erreichte Lösungen immer mal wieder auf die Probe gestellt werden.




Der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken begann bereits im 17. Jahrhundert. Nachdem die Briten das katholische Irland unter ihre Herrschaft gebracht hatten, siedelten sie im Norden der Insel protestantische Landsleute an. Eine Reihe diskriminierender Gesetze sollte die Macht zusätzlich sichern: Bald durften Iren weder wählen noch ein öffentliches Amt ausüben. Im Laufe des 19. Jahrhunderts riefen die Unterdrückten immer lauter nach einer Loslösung vom Vereinigten Königreich. Im Jahr 1919 rief die katholische Sinn-Féin-Bewegung die unabhängige irische Republik aus, die Briten erklärten diese umgehend für illegal. Daraufhin begannen irische Kämpfer einen Krieg gegen die Machthaber. Zwei Jahre später erklärten sich die Briten zu einem Kompromiss bereit: Sie entließen den südlichen Teil der Insel in die Unabhängigkeit, der nördliche verblieb in ihrer Hand. Dort vertieften sich die Spannungen zwischen katholischen Nationalisten, die eine Vereinigung mit dem Süden (der heutigen Republik Irland) anstrebten, und protestantischen Unionisten, die Teil des Vereinigten Königreichs bleiben wollten. Seit dem Ende der Sechzigerjahre trugen die Kontrahenten ihre Konflikte immer öfter mit Gewalt aus: Es kam zu Straßenschlachten und Attentaten. Die wichtigsten paramilitärischen Organisationen: die Provisional Irish Republican Army (IRA), deren Anhänger für ein vereintes Irland kämpften, und die Ulster Defence Association (UDA) auf Seiten der Unionisten. Auch die britische Armee griff mehrfach ein. Bis zum Karfreitagsabkommen 1998 starben im Nordirlandkonflikt etwa 3500 Menschen.

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